Tokyo Mirage Sessions #FE
22.04.2020 von Emanuel Häusler
Review
Harte Fakten
  • Ausgefeiltes Kampfystem
  • Sympathische Charaktere
  • Etwas angestaubte Optik
  • Nicht immer ruckelfrei

Ein Crossover-Spiel zwischen Shin Megami Tensi und Fire Emblem? JRPG-Fans die eine Wii U ihr Eigen nannten, dürfte das bekannt vorkommen. Und tatsächlich, bereits vor knapp 4 Jahren erschien Tokyo Mirage für Nintendos letzte Generation. Für die Switch erscheint nun die erweiterte Encore-Fassung. Hat sich das Warten auf die Zugabe gelohnt?

Worum gehts eigentlich?

Die Story dreht sich hauptsächlich um Itsuki Aoki, der seiner Freundin Tsubasa Oribe helfen möchte, ein japanisches Idol, ein Pop-Sternchen zu werden. Während eines Castings werden die beiden in eine Parallelwelt, eine sogenannte Idolsphäre gezogen, wo Dämonen den Menschen ihr Performa - ihre Fähigkeit andere mit Auftritten Freude zu bereiten - aussaugen. Sie erhalten jedoch unverhofft Unterstützung von Mirages, Bekannte Figuren aus der Fire Emblem Welt, die sie im Kampf unterstützen. Weil die aktuellen Ereignisse denen ähneln, während deren vor fünf Jahren ihre Schwester verschwand, schöpft sie neue Hoffnung, ihre Schwester wiederzufinden.

Klingt alles etwas konfus? Ist es vor allem zu Beginn auch, aber wer die Persona- oder Shin Megami Tensei-Reihe mag, wird sich hier sofort heimisch fühlen. Anstatt des Highschool-Lebens, wird hier nebenher eine Idol-Karriere "simuliert". Das heisst Gesangsauftritte, Werbeaufträge, TV-Spots und immer passiert etwas, woraufhin ein Dungeon gesäubert werden muss. Im Verlaufe der Geschichte kommen genremässig weitere Charaktere dazu, alle mit ihren eigenen Eigenschaften und ihrem eigenen Mirage.

Auf in den Kampf - mit Musik

Passend zum Karrierewunsch ist dann auch das Kampfsystem. In einem Mix aus klassichen Rundenkämpfen, gepaart mit einem System ähnlich den Personas tritt man in den Dungeons gegen allerlei Dämonengetier an. Dabei tragen die Charaktere zu ihrer jeweiligen Karriere passende Waffen, beziehungsweise Instrumenet. Sei es ein Zauberstab, der gleichzeitig ein Mikrofon darstellt oder eine E-Gitarre im Form einer brennenden Axt, für Abwechslung ist gesorgt. Zumal die Waffen im Level steigen und bei jedem Levelaufstieg dem Träger eine neue Fähigkeit gewähren. Dadurch sollte man immer erst jede Waffe meistern, bevor man zur nächsten wechselt, um ein möglichst grosses Arsenal an Angriffen und Fähigkeiten zur Verfügung zu haben. Gerade diese Vielfalt ist in den Kämpfen enorm wichtig, da sämtliche Gegner Schwachstellen und Stärken besitzen. Manche Gegner sind schwach gegen Feuer und Lanzenangriffe, andere widerum sind sehr zäh gegen physische Attacken, können allgemein magischen Angriffen aber nur wenig entgegensetzen. Je weiter im Spiel man fortschreitet, desto mehr positive Effekte, hier Sessions genannt, werden dadurch ausgelöst. Hat man eine Schwachstelle ausgenutzt und ein Team-Mitglied besitzt eine passende Attacke, führt er sie automatisch mit aus. Damit lassen sich später immer längere Combo-Ketten auslösen. Gerade auf höheren Schwierigkeitsgraden ist es notwändig, diese Schwächen konsequent auszunutzen, sonst kann jeder Kampf schnell zu einer Niederlage werden.

Bunt, bunter am buntesten

Die Dungeons sind ähnlich aufgebaut wie beispelsweise in Persona, besitzen kleinere Rätsel und Hindernisse und man sieht die Gegner bzw. eine abstrahierte Figur, die für Gegner steht, direkt in der Spielwelt. Kommt man diesen zu nah, wechselt die Perspektive und der Kampf startet - allerdings kann man rechtzeitig einen Angriff ausführen, um sich für den Kampf einen Vorteil zu verschaffen. Die Dungeons sind ausserdem gerne mal verschachtelt und besitzen mehrere Stockwerke, was die Orientierung zuweilen - trotz Minimap - etwas erschwert. Trotzdem macht es Spass diese zu erforschen, weil die ausgiebige Suche gerne mit einer Schatzkiste belohnt wird.

Wenn mal nicht in einem Dungeon unterwegs ist, kann man sich mehr oder weniger frei durch einen kleinen Bereich von Tokyo bewegen, Geschäfte besuchen, im Hauptquartier bei seinen Teamkameraden vorbeischauen oder Nebenaufträge erledigen. Diese sind nicht allzu komplex und führen meist auch zu einem Dungeonbesuch. Die Präsentation erinnert auch hier stark an Persona, wobei man dem Spiel das Alter etwas anmerkt. Ganz so geschliffen wie Persona 5 ist es nicht und hier und da kommt die Switch ins Stottern, aber im Grossen und Ganzen sieht die Optik dennoch sehr ordentlich aus.

Fazit

Das Spiel richtet sich eindeutig an Fans von JRPGs im Stile von Persona und Co. und diesen wird das Spiel auch gefallen. Der Kampf- bzw. Dungeonanteil ist recht hoch, aber durch das sehr abwechslungsreiche und flexible Kampfsystem sehr spassig und wird nicht langweilig. Manche Charaktere erinnern an Abziehbilder, sind aber gleichzeitig sympathisch und es werden auch gerne mal genretypische Tropes aufs Korn genommen. Für Genrefans eine Empfehlung, für alle anderen vielleicht etwas zu nischig.

GCult getestet

Verdiente Gems

Ein Gem für die Musik
Was taugt ein Stück Software ohne die passende musikalische Untermalung? Richtig, nichts! Dieser Titel überzeugt auch musikalisch.
Ein Gem für das Gameplay
Vom Controller-Layout bis hin zur glaubhaften, lebendigen Spielwelt - hier greift ein Zahnrad in das Andere
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