Metro Exodus
15.02.2019 von Michael Zmuda
Review
Harte Fakten
  • spannende Unterhaltung
  • Brillante Technik
  • Mitreissende Story
  • Lange Ladezeiten
  • Überladene Steuerung
  • Unspektakulärer Protagonist

Eine Vielzahl von Entwicklern und Publishern sind nach wie vor fest davon überzeugt, dass,die Zeit der linearen Singleplayer Games vorüber ist und die Zukunft dem kooperativen bzw. Multiplayer-Titeln gehören wird. Namenhafte Studios Visceral Games und Lionhead mussten bereits ihre Pforten schließen und angeblich sollen viele weitere in den nächsten Jahren folgen. Das Singleplayer Spiele jedoch immer noch zu einem großen finanziellen Erlog werden können und sogar zu richtigen „System-Seller“ avancieren können, haben zweifelsohne die Sony Studios Santa Monica mit ihrem Reboot des neuesten „God of War“ Ablegers bewiesen.  Es gibt noch vielerlei weitere Beispiele die ganz klar dafür sprechen, dass die der Markt noch Interesse an Spielemarken deren Hauptaugenmerk auf die „Singleplayer“ Erfahrung gerichtet ist.

Da ist es nun, das neue Metro, das auf den Namen „Exodus“ hört, ein Titel der ohne jegliche Multiplayer Komponente auskommen „muss“?! „soll“?! und der Entwickler stattdessen seinen Fokus komplett auf eine unterhaltsame und spannende Kampagne legt.

Orientierte sich die Geschichte der Vorgänger noch an den Büchern des Autoren Dmitri Glochowski, basiert Exodus zum ersten Mal auf einem eigenen Plot, der allerdings auf tatkräftige Unterstützung seitens Dmitri Gluchowski erhielt. Ob „Metro: Exodus“ seine Fans wieder begeistern und weitere potentielle Fans hinzugewinnen kann, erfahrt ihr in unserem Test zum „Let get back tot he Roots“ First Person Shooters 2019.
Russland, strahlend erleben!
 
Galt es in den Vorgängern noch den „Untergrund“ bzw. die „Metro“ Moskaus zu überleben, verschlägt es Artjom in diesem Abenteuer nun in die Weiten der russischen Flora und Fauna. Doch unser Hauptprotagonist ist nicht alleine. Mit im Schlepptau befindet sich seine Frau Anna, 
sein werter Schwiegerpappa (der Anführer der Spartjaten) und seine Untergebenen. Um die großen Distanzen des doch nicht so überschaubaren Russlands zu überbrücken bedient man sich der Hilfe des Fahrbaren Untersatzes, dem Zug Auora. Die Gründe für die Verlagerung des Schauplatzes verraten wir euch an dieser Stelle aus Spoilergründen jedoch nicht. Das „warum“ für den Wechsel der Location ist allerdings sehr glaubhaft inszeniert.

Ich liebe Oldscool!

Auch wenn wir erst am Anfang unseres Tests sind so müssen wir direkt mit der Tür ins Haus fallen. Metro: Exodus ist der beste Ableger der Reihe. Warum? Darum!
Die Abwechslung welche Exodus bietet ist enorm und wirken durch die Tatsache, dass Russland geologisch sehr viel zu bieten hat in keinster Weise aufgesetzt. Von Steppen über Wälder hin zu Wüsten, es kommt keine Langeweile auf, denn überall gibt es zu jeder Tages und Nachtzeit etwas zu entdecken. Metro: Exodus ist ein Xbox One Enhanced Titel und das sieht man ihm auch definitiv an. Knackig scharfe Texturen in Kombination mit grandiosen Licht und Schatten-Effekten bei stets konstanten 30FPS in nativen 4K, was will man eigentlich mehr?!

Fallout?!

An jeder Ecke wartet der Tod, dieser nähert sich auf leisen Sohlen in Form von allerhand Mutanten, Menschen mit niederen Beweggründen oder der Luft die Artjom ohne funktionierende Maske einatmet. Realismus nimmt in Metro: Exodus“ einen großen Stellenwert ein. Waffen die nicht regelmäßig gereinigt werden, können während eines Gefechts schon einmal mit Ladehemmungen rächen und unfreiwillig dazu führen, im Feuergefecht den Kürzeren zu ziehen. Maske beschädigt und der Geigerzähler des Schutzanzugs meckert? Dann schnell flicken oder qualvoll ersticken. schnell in sicheres , weniger verstrahltes Gefilde. Euch fehlt der Durchblick? Dann wird wohl eure Maske verdreckt sein! Einmal kurz darüberwischen und die Welt (ver)strahlt in ihrer ganzen Pracht! 
Apropos verstrahlt. Hin und wieder setzte die Gegner-KI ein wenig aus und unsere Widersacher agierten und reagierten nicht gerade clever was aber Gott sei Dank nicht überhand nahm. Alles in allem wussten sich unsere Gegner sehr gut gegen uns zur Wehr zu setzten und reagierten sehr durchdacht.
 
Wir hatten es bereits zum Anfang kurz angerissen. Dynamische Tag und Nachtwechsel. Diese wirken sich wie es sein soll auch auf das Gameplay aus. Entschließt ihr euch eines der Banditenlager anzugreifen, haben die unterschiedlichen Tageszeiten Auswirkungen darauf, wie ihr den Überall plant und umsetzt. So ziehen in der Nacht vermehrt Mutanten in der Außenwelt ihre Kreise, Menschen hingegen schlafen oder sind durch die Dunkelheit in ihren Wahrnehmungen eingeschränkt und können euch schlechter ausfindig machen. Selbstverständlich könnt ihr euch kurz aufs Ohr hauen um zur „geplanten“ Zeit hin zu schlafen, ihr müsst also nicht warten bis die Tages bzw. Nachtzeit angebrochen ist. Seid ihr erfolgreich und erobert das Lager ohne dabei wenig zimperlich zu Werke zu gehen, kann es schon einmal sein, dass ihr euch dermaßen Respekt verschafft habt, dass sich eure Widersacher einfach erben und ihre Waffen niederlegen. Es lohnt sich auch den unzähligen (teils auch sehr emotionalen) Dialogen zu lauschen um mehr aus der Welt von Metro zu erfahren. Hin und wieder werden Kenner der Serie auch Anspielungen aus den alten Teilen aufschnappen können.

Stummer Held

Artjom gehört zur Gattung der beliebten und charakterlich sanften Persönlichkeiten, anders kann man es nicht begründen, dass er sich trotz seines Heldenstatus und Kugelschluckenden Soldaten in seiner 25-Stündigen Kampagne von nahezu jedem NPC als Laufbursche herum kommandieren lässt. Zu allem Überfluss ist Artjom auch noch stumm und kann sich lediglich mit Gesten gehör verschaffen. Leider gelingt es nicht, dass man sich durch diese Art der Darstellung als der Hauptprotagonist selbst fühlt, hier hätte es besser gepasst Artjom eine eigene Persönlichkeit zu spendieren.

Systemausfall?

Grafisch betrachtet stellt „Metro: Exodus“ einer der schönsten Titel dar, den er zur Zeit zu erwerben gibt. Wie bereits kurz angerissen sind gerade die Licht und Schatteneffekte das Maß aller Dinge. Die Weitsicht ist enorm und die Detailverliebtheit ist an vielen Stellen bemerkenswert. Dennoch, es ist (leider) nicht alles Gold was glänzt. Hier und da fallen dann doch einmal verwaschene Texturen auf doch der größte Störfaktor ist zweifelsohne die Ladezeiten beim Starten des Spiels. Gut und gerne 60 schier endlos werdende Sekunden dauert es, bis uns Metro endlich in die Spielwelt eintauchen lässt. Die Strafe nach dem Ableben beträgt dann ebenfalls über 30 Sekunden bis es dann endlich weitergehen kann. Gerade letzterer Punkt sorgt dafür, dass Atmosphäre die gerade ihr Zenit erreicht hat abgrubt zerstört wird. Wir hoffen, dass sich der Entwickler mit einem weiteren Patch dieser Problematik annimmt.
 
Vieler Übungsstunden bedarf hingegen das erlernen der Steuerung welches viele Spieler stören könnte und überladen rüberkommt. Es gibt so viele Möglichkeiten, nehmen wir zum Beispiel die Schultertasten. Mit jenen ruft ihr gleich zwei Kontrollkreuze auf, mit denen ihr wesentliche Hilfsmittel wie das Feuerzeug oder auch Molotov-Cocktails auswählen müsst. Gerade am Anfang und in stressigen Situationen benötigt man einfach zu viel Zeit um die notwendigen Gimmicks auszuwählen.
 
 
Fazit

Die Zeit der Singleplayer Kampagnen Spiele ist vorbei!
NEIN!!!! Metro: Exodus beweist wieder einmal das Gegenteil und führt den Skeptikern vor Augen, das in der heutigen Zeit der Free 2 Play Battle Royale / Koop-Survival-Spiele auch Solo Kampagnen Spiele noch eine Daseinsberechtigung haben. Technisch stellenweise wirklich brillant (wenn auch mit einigen Ausnahmen) entführt 4A Games den Spieler in eine Postapokalyptische Welt die durch ihre Abwechslungsvielfalt gut und gerne 25 Std vor den Bildschirm fesselt. Es macht einfach Spaß durch die russische Tundra zu ziehen und allerhand zu erleben. Fans der alten Teile wird Exodus ein wenig „anders“ vorkommen da es nicht mehr ganz so düster zugeht wie in den Vorgängern. Dennoch, das Prädikat „Survival-Horror-FPS“ darf der neueste Ableger dennoch in würde tragen. Den kleinen technischen Schwierigkeiten zum trotz, sind wir vom Endergebnis begeistert. So viel Spaß hatten wir mit einem reinen Single-Player FPS das letzte Mal mit Half-Life 2-Episode 2 und das will dann schon etwas heißen!

GCult getestet

Verdiente Gems

Ein Gem für Geschichte
Glaubhaft erzählt, emotional fesselnd und schockierend - dieses Werk verstand es, den Spieler zu packen!
Ein Gem für die Grafik
Hier kann sich das Auge sattessen! Dieser Titel begeisterte mit seiner Optik
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