MediEvil
02.12.2019 von Emanuel Häusler
Review
Harte Fakten
  • Charmante Welt
  • Toller Soundtrack
  • Der Vorlage treu
  • Performance-Probleme
  • Angestaubtes Gameplay

Genau wie der Sir Daniel Fortesque selbst erhält das Spiel MediEvil in der Neuauflage eine zweite Chance.

Runde zwei

Im Königreich Gallowmere erzählt man sich von der Legende von Sir Daniel Fortesque, der vor 100 Jahren das Reich vor dem bösen Zauberer Zarok und dessen untoter Armee verteidigte und seine Armee helfenhaft zum Sieg führte, kurz bevor er selbst seinen letzten Atemzug von sich gab. Was die Legenden allerdings verschweigen: der gute Daniel führte zwar die Armeen in die Schlacht, verlor aber als allerertes das Leben durch ein Pfeil mitten ins Auge. Diese schicksalhafte Wendung sorgte auch dafür, dass der gute Daniel nicht zusammen mit den restlichen Helden der Schlacht nach seinem Ableben in die Halle der Helden aufsteigen durfte.
Wie es der Zufall so will, tritt nun 100 Jahre später Zarok erneut auf den Plan und greift Gallowmere ein weiteres Mal an. Mit einem Zauber erweckt er kurzerhand die Toten, um seine Armee zu vergrössen und den Lebenden die Seele zu rauben. Allerdings belebt dieser Zauber auch Sir Fortesque wieder, woraufhin sich dieser nun aufmacht, sich seinen Einzug in die Halle der Helden doch noch zu verdienen.

Die älteren Semester werden sich vermutlich noch an unsern kieferlosen Helden erinnern, bestritt er seine Abenteuer im Jahr 1998 doch schon einmal, damals aber noch auf der PSOne. Schon damals schnetztelt man sich genauso wie im Remake heute munter durch bunte Gegnerhorden in ausgefallenen Levels, löst hin und wieder Rätsel oder sammelt Gegenstände. Um sein Ziel - den Eintritt in die Halle der Helden - zu verdienen, müssen in jedem Level genügend Seelen durch besiegte Gegner eingesammelt werden, um einen goldenen Kelch zu füllen. Findet man diesen anschliessend auch noch in den teilweise recht verwinkelten Leveln, wird man nach Abschluss des Gebiets automatisch in die Halle der Helden teleportiert und kriegt von den dort bereits ansässigen Helden neue Waffen oder andere hilfreiche Gegenstände für den Kampf gegen Zaroks Schergen.

Soweit so klassisch

Besagter Kampf gestaltet sich besonders gegen viele Gegner recht hektisch, zumal abgesehen vom Aufblinken des getroffenen Gegners nahezu kein Trefferfeedback vorhanden ist. Dafür hat man eine recht ordentliche Auswahl an Kriegsgerät zur Verfügung: von Schwertern über eine Armbrust bis hin zu einem grossen Hammer ist alles vertreten. Teilweise werden diese zudem für Rätsel eingeestzt, so kann die Holzkeule angezündet werden, um mit dem Feuer widerum Fackeln anzuzünden oder Mechanismen auszulösen. Ist man hier allerdings nicht schnell genug, zerfällt die Keule zu Asche. Der massive Hammer hingegen ist unzerstörbar, brennt dafür natürlich nicht. Manche Waffen bieten zudem Spezialangriffe, wie zum Beispiel die 360-Grad-Attacke des Schwertes. Und hat man mal keine echte Waffe zur Verfügung, benutzt unser Held auch gerne mal seinen eigenen Arm um die Zombies zu verdreschen. Die Zombies gehören aber noch zu den eher normalen Gegnertypen, man kriegt es auch mit lebendigen Kürbisköpfen, riesigen Ameisen oder einem Dämon aus buntem Glas zu tun.
Genauso abwechslungsreich wie die Gegner gestalten sich auch die Levels selbst. Steigt man zu Beginn aus seiner Krypta und ist auf dem Friedhof unterwegs, wan später geschrumpft und einen Ameisenbau geschickt oder stapft durch einen schlammigen Sumpf.

Ein neuer Anstrich

Im Gegensatz zu vielen anderen Aufgüssen in letzter Zeit haben wir es hier mit einem waschechten Remake zu tun. Die Spielmechanik, sowie Leveldesign und auch die Stimmen sind 1:1 aus dem Original übernommen, die Optik ist aber von Grund auf neu, bleibt der Vorlage jedoch treu. Die neue Optik ist genauso bunt und charmant wie im Original, erreicht aber nicht die Qualität des Crash Bandicoot Remakes oder gar eines Shadow of the Colossus. Umso bedauernswerter ist jedoch, dass die Framerate besonders bei mehreren Gegnern und dementsprechend Partikel-Effekten trotzdem gerne mal in die Knie geht. Auch die Kamera lässt einen in manchen Situationen gerne mal im Stich. Dafür ist der Sound sehr stimmungsvoll und trotz vereinzelter Ausfälle bei der Synchronisation passt diese zum restlichen Spiel. Die Stimme von Sir Daniel Fortesque scheint allerdings neu vertont zu sein.

Fazit

Man merkt MediEvil an vielen Stellen deutlich an, dass es Staub angesetzt hat. Besonders das Kampfsystem könnte eine Auffrischung vertragen und nagt durch das fehlende Trefferfeedback und den später deutlich ansteigenden Schwierigkeitsgrad am Gesamteindruck. Auch die kleinen Technik-Schnitzer wie die nicht ganz saubere Performance hätten nicht sein müssen. Dafür kriegt man ein Spiel mit viel Charme, einer bunten, abwechslungsreichen Welt und einem zwar trotteligen aber sympathischen Helden, der einfach auch gerne ein Held sein möchte. Für die jüngeren Spieler oder welche, die nostalgisch ans Original zurückdenken durchaus einen Blick wert.

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