DiRT Rally 2.0
03.05.2019 von Emanuel Häusler
Review
Harte Fakten
  • Ausgefeilte Fahrphysik
  • Tolle Wettereffekte
  • Authentische Rennatmosphäre
  • Umfangsschwächen
  • RallyCross zu schwer
  • Fehlende Schnee-Etappen

Die Hälfte der Etappe liegt hinter mir, jeder Muskel ist angespannt. Ein Blick auf die Zwischenzeit offenbart: die Spitzenzeit ist in greifbarer Nähe doch in einem Moment der Unachtsamkeit gehe ich kurz vor einer Kurve zu spät vom Gas und lande mit hoher Geschwindigkeit im Kies und der Reifen platzt. Das wars dann wohl mit dem Etappensieg...

Ich gebe zu, der Teil mit dem geplatzten Reifen kam deutlich häufiger vor als der Part über den Etappensieg. Dazu kamen ausserdem auch Überschläge, Motorschäden und was das detaillierte Schadensmodell noch so hergibt. Denn der Schwierigkeitsgrad in DiRT Rally 2.0 ist nicht ohne, zumindest wenn man nicht häufig eine Rally-Simulation spielt. Aber von vorn..

Meine erste Berührung mit dem Rallysport war damals das allererste Colin McRae Rally auf der Playstation, und auch dort bin ich mindestens genauso häufig ausserhalb der Strecke gelandet. Und genauso wie damals fokussiert sich DiRT primär auf den puren Rally-Zirkus. Etappe für Etappe tritt man alleine auf der Strecke im Zeitfahren gegen die Uhr an. Wird der eigene Bolide auf der Strecke in Mitleidenschaft gezogen, besitzt man zwischen den Etappen ein begrenztes Zeitkontingent um die Schäden wieder zu reparieren. Je schwerwiegender der Schaden, desto länger dauert die Reparatur. So sind manchmal taktische Entscheidungen nötig: Bringe ich ich das Getriebe wieder auf Vordermann und lasse dafür den Motor in leicht angeknachstem Zustand, oder benötige ich die volle Power, verzichte dafür aber etwas auf Fahrkontrolle.

Das kenn' ich doch schon?

Der Fuhrpark ist in mehrere Klassen aufgeteilt und enthält genauso Klassiker wie den SUBARU Impreza 1995 oder den Peugeot 205 GTI, aber auch umgebaute Exoten Aston Martin V8. Weiterhin gibts natürlich auch diesmal RallyCross-Kategorie, bei der man nicht einsam über die Strecke brettert, sondern sich inmitten der konkurrierenden Fahrer eine Materialschlacht liefert.

 

Das ganze macht auch optisch durchaus was her. Sowohl der Fuhrpark mit den detaillierten Fahrzeugmodellen, als auch die Etappen in den sechs Schauplätzen (Neuseeland, Polen, Spanien, Australien, New England und Argentinien). Offene ländliche Gebiete und Waldwege wechseln sich ab mit verwinkelten Strassen und engen Kurven, während sich direkt neben der Strecke gähnende Abgründe und Schluchten eröffnen. Ein bisschen mehr Strecken wären jedoch ganz nett gewesen. Ganz ähnlich wie im Vorgänger ist die Abwechslung auf den ersten Blick zwar gross, besteht aber häufig durch Versatzstücke und bekannte Abschnitte, sowie wechselnden Tageszeiten und Wetterbedingungen. Besonderes Letztere sehen beeindruckend aus. Allerdings merkt man der Engine ihr Alter auch ein wenig an. So erreichen Strecken und Fahrzeugmodelle nicht ganz die optische Brillanz eines Forza Horizon Co. Die Framerate bleibt zwar meistens konstant, leider wird das teilweise durch leichtes Tearing erkauft. Über jeden Zweifel erhaben ist hingegen die Soundkulisse. Der kraftvolle Motorensound und die Ansagen des Beifahrers fangen die Rallyatmosphäre perfekt ein.

Meisterhafte Fahrphysik

Seit jeher die grösste Stärke der Serie und auch hier wieder ein Glanzpunkt ist die Fahrphsyik. Jedes Auto fährt sich anders, jeder Untergrund fühlt sich anders an, da schmerzt es umso mehr, dass es keine Etappen in Eis und Schnee gibt. Für Fahranfänger gibt es natürlich jede Menge Fahrhilfen wie ABS, Bremshilfe und Traktionskontrolle, doch selbst damit sind die Rennen keineswegs einfach. Im Vergleich zum Vorgänger gibt sich DiRT Rally 2.0 sogar fast nochmal ein bisschen anspruchsvoller. Immerhin kann man sich die Fahrzeuge über Tuning an die eigenen Wünsche und Streckenbegebenheiten anpassen um noch die eine oder andere Sekunde herauszuholen.

Fazit

DiRT Rally 2.0 ist ein Fest für Fans des Rally-Sports und Simulations-Enthusiasten. Der Karriere-Modus bleibt beim Team-Management und dem Gameplay abseits der Strecke zwar etwas oberflächlich, aber darauf kommt es ja auch nicht an. Auf der Strecke lässt das DiRT seine Muskeln spielen. Kleine Unzulänglichkeiten wie die leicht in die Jahre gekommene Engine kann man da durchaus verschmerzen, bloss der etwas zu geringe Inhalt hinterlässt einen leicht bitteren Nachgeschmack.

GCult getestet

Verdiente Gems

Ein Gem für die Musik
Was taugt ein Stück Software ohne die passende musikalische Untermalung? Richtig, nichts! Dieser Titel überzeugt auch musikalisch.
Ein Gem für das Gameplay
Vom Controller-Layout bis hin zur glaubhaften, lebendigen Spielwelt - hier greift ein Zahnrad in das Andere
Ebenfalls interessant
Review
22.04.2020 von Emanuel Häusler
Ein Crossover-Spiel zwischen Shin Megami Tensi und Fire Emblem? JRPG-Fans die eine Wii U ihr Eigen nannten, dürfte das bekannt vorkommen. Und tatsächlich, bereits vor knapp 4 Jahren erschien Tokyo Mirage für Nintendos letzte Generation. Für die Switch erscheint nun die erweiterte Encore-Fassung. Hat sich das Warten auf die Zugabe gelohnt?
Mehr dazu
Review
18.03.2020 von Emanuel Häusler
Vor zwei Jahren versuchte Deck 13 mit The Surge frischen Wind in die Riege der "Soulslikes" zu bringen. Trotz einiger Schwächen konnte der Erstling nach dem doch recht zähen Lords of the Fallen mit einigen innotivaten Ideen punkten. Getreu dem Nachfolger-Prinzip ist The Surge 2 jetzt grösser, schöner und härter - aber ist es auch besser?
Mehr dazu
Review
11.12.2019 von Michael Zmuda
Hideo Kojima hatte nach dem Release von MGS V eine turbulente Trennung von Konami hinter sich und eine Vision in seinem Kopf für die er einen neuen Partner suchte. Nach mehreren Verhandlungen mit großen Namen der Videospielindustrie wurde er mit Sony als Publisher und der Guerrilla Games (Horizion Zero Dawn und Killzone-Serie) welche ihm die DECIMA-Engine kostenlos zur Verfügung stellten fündig. Seitdem sind knapp vier Jahre vergangen an denen die Kojima Productions an "Death Stranding" gefeilt haben und der erste Ableger des neuen Genres „Strand Game“ fertig. Bis zum Release war nicht wirklich viel über das Spiel bekannt. Zwar nutze MGS Schöpfer Hideo Kojima die TGS 2019 selbst und führte das Spiel in einer weltweiten live Austrahlung selbst vor, der wirkliche Sinn hinter dem Spiel war jedoch den meisten potentiellen Käufern suspekt. Nun ist es soweit, auch wenn wir zur Gruppe der Skeptiker gehörten, haben wir einen etwa 50 Stündigen Ausflug in die Welt von Death Stranding gewagt und können nun mitreden worum es genau geht. Ob Hideo Kojima ein Meilenstein gelungen ist oder der Titel an seinen hohen Erwartungen zerbrechen wird.
Mehr dazu
Review
02.12.2019 von Emanuel Häusler
Genau wie der Sir Daniel Fortesque selbst erhält das Spiel MediEvil in der Neuauflage eine zweite Chance.
Mehr dazu
Review
14.07.2019 von Michael Zmuda
Schon mal etwas vom Asobo Studio mit Sitz in Bordeaux, Frankreich gehört? Wir nehmen an, die wenigsten unter euch sagen jetzt „natürlich“, dass ist doch das Studio welches unter anderem für die Entwicklung von Monopoly Plus oder Ratatouille verantwortlich war. Aktuell beschäftigen die Franzosen 140 Angestellte und werkelten bis zuletzt an: A Plague Tale: Innocence welches sich für PlayStation 4, Xbox One und PC in Entwicklung befand. Bereits im Vorfeld machten uns Koch Media und Focus Entertainment mit diversen Trailern schon schmackhaft und somit können wir das fertige Produkt schon kaum erwarten. Ob uns der Titel nun vollends überzeugen kann, erfahrt ihr in unserem Test.
Mehr dazu