Retro

StarFox


Ein tierisches Team im Kampf gegen einen Weltraumaffen

Mit StarFox (in Europa unter dem Namen Starwing erschienen) wagte sich Nintendo 1993 an ein eher untypischen Genre für den Videospielgiganten. In Kooperation mit dem englischen Entwickler Argonaut wurde ein klassisches Shoot’ em Up auf das SNES gebracht. Das Besondere an dem Titel waren nicht nur die außergewöhnlichen Charaktere, (Tiere dienen als Prota- und Antagonisten) sondern vor allem auch der Einsatz einer brandneuen Technologie, die dem Spiel eine bis dato nicht bekannte Grafikpracht verlieh. Denn das Modul besaß auf seiner Platine den extra für dieses Spiel entwickelten “FX-Chip“.

Dieser Chip war ein Grafikbeschleuniger, der den langsamen Prozessor des SNES unter die Arme greifen sollte. Dank dieser Extrapower war es möglich, Polygone in das Spiel einzubauen, um so den Titel ein echtes 3D-Feeling zu bieten. Texturen auf den Objekten gab es natürlich keine, dementsprechend bestehen alle Gebäude und Gegner nur aus glatten Oberflächen und vor allem Eines. Nämlich Ecken und davon eine ganze Menge. Damals aber verschlug einem diese 3D-Grafik aber die Sprache.

Das StarFox Team

Wir befinden uns im Lylat System, welches aus mehreren Planeten zusammengesetzt ist. Die Story ist schnell erzählt. Zu Beginn des Spieles sieht man, wie die feindliche Armee des ehemaligen angesehen Wissenschaftlers Andross, seine Invasion auf den Planeten Corneria startet. Nun liegt es an euch, nicht nur euren Heimatplaneten zu befreien, sondern auch gleich das ganze Lylat System mit, samt die Wurzel allen Übels auf dem Heimatplaneten des bösen Andross, Venom, zu ziehen. Ihr selbst steuert den jungen Fox MCCloud. Er ist der Anführer des StarFox Teams, die als angesehene Söldnertruppe vor allem den cornerischen Streitkräften dienen. Seine Teammitglieder sind der weise Peppy Hare, der selbstbewusste Falco Lombardi und der Techniker Slippy Toad. Also ein Hase, ein Adler und ein Frosch, wie den Namen es schon vermuten lassen.

Good Luck!

Zu Beginn des Abenteuers muss man sich aus drei verschiedenen Routen seinen Weg, den man gehen möchte, auswählen. Diese Drei stehen für die jeweils unterschiedlichen Schwierigkeitsgrade.Der Startpunkt eurer Reise ist dabei immer Corneria, und der Endpunkt natürlich Venom. Ansonsten bestehen alle drei Routen aus völlig verschiedenen Leveln die die Langzeitmotivation hochhalten. Zumal das Unterfangen, die Rettung des Systems, wahrlich kein leichtes ist. Nach der Teambesprechung mit General Pepper beginnt auch schon. die für damalige Verhältnisse imposante Introsequenz, in der ihr seht, wie das Team aus dem Raumdock aufs Schlachtfeld fliegt. Getrieben von der fetzigen Musik fühlt ihr euch gleich mitten drinnen und könnt dem feindlichen Geschwader zeigen, wie leicht eurer Finger am Abzug sitzt. Wobei, bevor wir weiter reden, sollten erstmal ein paar Spielelemente erklärt werden.

Ihr steuert den so genannten Arwing, ein extrem wendiges Fluggerät. Mit diesem lassen sich schnelle Manöver wie die Rolle ausführen, nicht nur um gegnerischen Attacken schnell auszuweichen, sondern auch, durch richtiges Timing abwehren zu können. Eure Waffensysteme sind der Laser und die Bomben. Der Laser, den man in Salven abfeuert, kann durch Power Ups in drei Stufen verbessert werden, sodass dieser eine höhere Durchschlagskraft erhält. Die Bomben sind natürlich begrenzt, von daher sollte man sich genau überlegen, wann und gegen wen sie eingesetzt werden. Neue explodierende Argumente lassen sich aber ebenfalls wieder einsammeln. Entweder liegen die Power Ups verteilt über den Level, oder ein Gegner hinterlässt eines. Energie bekommt man in Form von Ringen, die man durchfliegen muss. Damit wäre alles Wichtige gesagt und die Action kann richtig beginnen. Die Level selbst finden auf festen Bahnen statt. Ihr könnt also nur von vorne bis hinten einen fest abgesteckten Weg fliegen. Offene Kampfareale gab es erst im Nachfolger StarFox 64/Lylat Wars.

Neben einer Vielzahl unterschiedlicher Feinde, müsst ihr immer wieder Mal eure Flugkünste beweisen. Denn in vielen Level gilt es, Objekte wie Asteroiden gekonnt auszuweichen. Wenn dazu noch ein paar fiese Gegner auf euch schießen, wird das Ganze besonders brisant und nervenaufreibend. Ebenfalls darauf zu achten ist, dass eure Teamkameraden nicht allzu sehr zu schaden kommen. Außer ein paar Tipps, die sie hier und da geben, sind sie im Grunde aber nur Kanonenfutter. Warum also dann überhaupt retten? Ganz einfach, da StarFox ein klassischer Shooter ist, bekommt man für jeden Abschuss Punkte und wenn die Kameraden überleben gibt es Bonuspunkte. Punktejäger sind also keine Kameradenschweine.

Am Ende jeder Stage erwartet euch der obligatorische Kampf gegen den Level Endboss. Diese sind im gesamten Spiel sehr abwechslungsreich ausgefallen. Grade der erste Endboss auf Corneria bleibt da gerne in Erinnerung. Ein großes Schlachtschiff, das sich von hintern nähert und musikalisch von einem “Chor“ unterlegt wird, hinterlassen Gänsehaut. Wenn ihr diesen Level aber auf schwer spielt, kommt nicht der Feind angeflogen sondern angerollt in Form eines dicken Panzers. Wie es üblich ist, muss man sich die gegnerischen Attacken genau einprägen und sich zunächst auf das Ausweichen konzentrieren. Hirnloses drauf los Geballer bringt da nämlich gar nichts. Wie schnell das Ziel auf Venom erreicht wird und Andross Polygon Visage zerschossen wird, hängt vom ausgewählten Schwierigkeitsgrad ab. Im Grunde lässt sich aber das Spiel in einer Stunde durchspielen.

Wie macht sich das Spiel heute?

Damals war der Einsatz von Polygonen durch die Bank bewundert wurden und selbst heute versprühen diese Kanten und Ecken einen gewissen Charme. Leider zahlt man für diese „Grafikpracht“ einen hohen Preis, denn die Framerate ist beileibe nicht grade die Höchste. So bewegt sie sich bei gerade einmal bei gefühlten 20 Frames, je nach Gegner Aufgebot natürlich darunter. Trotzdem bleibt das Spiel gut spielbar, was an der gelungenen Arwingsteuerung liegt. Ebenfalls zu Gute halten muss man, dass die Entwickler es geschafft haben, jedem Level Individualität zu verleihen.

Ermöglicht wurde dies durch die Mischung von Action und Geschicklichkeitspassagen und der Einsatz von variierenden Grafiksets (Hintergründe, Farbschemata auf der Planetenoberfläche). Der Soundtrack ist seit eh und je erhaben. Treibender Rhythmus und fetzige Synthesizers untermalen das Actionreiche Geschehen ideal. Neben dem lylantanischen Gequake der Akteure, bekommt man hier und da sogar englische Sprachausgabe geboten (die Endsequenz sei hier erwähnt)


Fazit

StarFox ist es auch heutzutage Wert, seinen Weg in die Konsole zurückzufinden. Gleich mit der ersten Auskopplung gelang Nintendo ein tolles Spiel. Bleibt zu hoffen, dass sich StarFox bald auf der Wii Virtual Console blicken lässt und dass sich ein traditioneller Nachfolger für die Wii, der sich auf die Tugenden der ersten beiden Teilen besinnt,in Entwicklung ist. Rund um das Lylatsystem könnte man nämlich noch die eine oder andere Geschichte erzählen und für satte Action nimmt man sich doch gerne Zeit.

Schon gewusst?

  • Das StarFox 2 für das SNES im Jahre 1995 fast fertig gestellt gewesen ist und trotzdem nicht offiziell erschienen ist? Das Spiel bot neben, einem frei anwählbaren Levelsystem, erstmalig ein offenes Kampffeld, Walkermissionen (euer Arwing verwandelt sich in einen Kampfroboter) auch einen 2-Spieler Modus
  • Das in StarFox zwei geheime Level versteckt sind? Das schwarze Loch und die Outer Dimension. In letzterer kämpft ihr gegen Papierflugzeuge und gegen eine gigantische “Slot-Machine“ (Glückspielautomat)
  • Das in den USA und Europa eine spezielle Wettbewerbsversion des Spieles erschienen ist? In Starwing: Super Weekend Official Competition (so hieß das Modul) ging es darum, in einer begrenzt zur Verfügung stehenden Zeitspanne, so viele Punkte wie möglich zu erhalten. In der Starwing Challenge wurde dann der beste Spieler gesucht.

Plattform Super Nintendo Genre Shoot’em Up
Publisher Nintendo Release 1993
Entwickler Argonaut USK-Freigabe freigegeben ab 0
sonstiges

 


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