Gaming Culture

Rückblick: Xbox 360


Da wir bereits in einem Hardware Rückblick auf Microsofts Debüt mit der Xbox geschaut haben, wagen wir einen weiteren Rückblick auf den Nachfolger der Xbox. Bei der Xbox 360 zeigte Microsoft seine Hausaufgaben brav erledigt zu haben und zeigt 2005 mit dem Release, dass man Kritik der Spieler und Entwickler ernst nahm und auch umsetzte. Die neue Xbox360 war in unterschiedlichen Varianten zu haben. Wahlweise als Core-Edition oder in erweiterter Premiumfassung mit einem kabellosen Controller, einer 20 GB Festplatte, einem HD-Komponentenkabel sowie einem Headset und einem Ethernet-Kabel ins Regal stellen.

Aber die Versionen unterschieden sich nur in der Ausstattung ihres Zubehör, unter der Haube aber waren sie alle eins: Der Grafikprozessor, ein leistungsstarken ATI-Prozessor Xenos, schafft es das ein Unterhaltungssystem mit seiner Rechenleistung den Fähigkeiten eines PCs des Jahres 2006 mit High-End-Grafikkarte entspricht.

 

Leistung hat seinen Preis

So viel Leistung benötigt aber auch ein entsprechendes Maß an Kühlung. Das war die Schwachstelle der ersten Generationen der Xbox 360. Den Lüfter und DVD-Laufwerke waren dermaßen laut, dass viele Spieler ihre Geräte zur Kontrolle bei Microsoft einschickten, obwohl sie reibungslos funktionieren. In dieser turbulenten Anfangsphase wurde zudem vermehrt ein komplettes Ausfallen der Konsole wahrgenommen. Was durch den Ring des Einschaltknopfes in Form eines roten Ringes (3 LEDs leuchten rot) darstellte. Schnell war die Bezeichnung „Red Ring of Death“ geboren.

Microsoft vollführte einen reibungslosen und vorbildlichen Austausch für Konsolen die unter dem Problemen litten. Viele Spieler berichteten vom einwandfreien Kunden-Support der Xbox Hotline. Microsoft lernte aus den Fehlern und veröffentlichte 2007 ein neues Modell mit überarbeitetem Innenleben und zusätzlichem HDMI-Ausgang auf den Mark. Das Modell war im Gegensatz zur ersten Generation auf die Situation angepasst und somit „Red-Ring-Sicher“. Dieses neue Modell der Xbox 360 wurde dann im Gegensatz zu den herkömmlichen Konsolen komplett schwarz geliefert, hört auf den Namen Elite und hat eine erheblich größere Festplatte an Bord (120 GB). Zeitgleich bekam auch die Core-Konsole eine Überarbeitung: Die weiße Xbox 360 Arcade verfügt ebenfalls über einen HDMI-Ausgang, hatte aber im Gegensatz zur Elite keine Festplatte, sondern nur eine 256 MB Memory Unit.

Das Gehäuse der Xbox 360 beherbergte in seiner Zeit 3 verschiedene Grafikchips, die vor hauptsächlich Wärmeentwicklung und Stromverbrauch regulierten. Bis 2010 Microsoft den nächsten Schritt einleiteten: Die  Xbox 360 S vollführte einen riesigen Sprung in den heutigen Gamer-Alltag. Das Modell schrumpfte um ca.  30% zum Vorgänger und verfügt über eine 250GB-Festplatte sowie einen integrierten WLAN-Adapter. Die Anschlüsse der Memory Units entfallen und werden durch 2 weitere USB-Slots getauscht, ein optischer Audioausgang gesellt sich dann auch zu den hinteren Anschlüssen hinzu. Neben diesen technischen Fortschritten ermöglicht die darauf ausgelegte Xbox 360 S auch eine einfachere und direkte Verbindung des Steuerungskonzepts Kinect, ohne wie die alte Technikgeneration ein separates Netzteil verwenden zu müssen. Da ein direkter Anschluss ebenso auf der Rückseite hinzugefügt wurde. Zu dem sank Microsoft den Stromverbrauch und auch die Lautstärke wurde deutlich runtergefahren.

 

Hallo Xbox! Hallo Kinect!

Während der Ankündigung auf der E3 2009 weckt das ursprünglich als „Project Natal“ vorgestellte Gerät noch Nerd-Hoffnungen bei Core-Gamern. 2010 wurde es dann Kinect als alternative Steuerungseingabe eingeführt. Dank Infarot-Abfrage werden die Bewegungen der Spieler in das Spiel übertragen.

Core-Gamer träumen bereits von intensiven Lichtschwertkämpfen und packenden Shooterpartien und anderen großem Umsetzungen. Es kam aber anders als erwartet. Große Systemseller-Titel ignorierten die Körpersteuerung fast durchgängig oder implementierten nur beiläufig Features die letzten Endes dann vom Spieler ignoriert wurden. Kinect fand eher Anklang im jüngeren Publikum, den Casual-Spielern. Was zur Folge hatte, das die meisten Titel in Form Familien-, Kinder- oder Sportspielen auf die Steuerung Kinect setzten. Leider nutzte nicht jeder Entwickler sämtliche Leistungen der Kinect bestmöglich aus oder implementierte eine  Frust erzeugende Gestensteuerungen.

Ein Grund warum sich Kinect nicht vollständig durchsetzen konnte war und ist die Tatsache, dass es als optionale Ausstattung erhältlich ist. Entwickler wissen dass sie, wenn sie elementare Teile ihres Spiels auf Kinect auslegen würden, einen erheblichen Teil der potentiellen Käufer nicht erreichen würden.

 

Gold und Silber Status

Der größte Pluspunkt für die Microsoft Konsole ist nicht von der Hand zu weisen: Xbox Live. Der Onlinedienst sorgte schon auf der alten Xbox für zahlreiche Multiplayer-Gefechte in Spielen wie Halo und Halo 2.  Als die Xbox 360 2005 veröffentlicht wird, startet Xbox Live in die nächste Konsolengeneration und wartet mit zahlreichen Erweiterungen auf.

Xbox Live basiert auf 2 Arten von Mitgliedschaften:

  • Eine Silber-Mitgliedschaft erlangt jeder Xbox-360-Nutzer automatisch und gratis. Mit diesem Rang kann man auf die grundlegendsten Möglichkeiten des Cloud-Savings zugreifen – Multiplayer-Modi können allerdings in Spielen nicht genutzt werden.
  • Gold-Mitgliedschaft erlangt man durch die monatliche Gebühr von ca. 5 Euro. Diese Mitgliedschaft ermöglicht den Zugang zu allen Marktplatzfunktionen und kann mit Freunden Party- und Videochats organisieren, während man sich im Mehrspieler-Modus online austobt. Plus diverse Vergünstigungen auf dem Xbox 360 Marktplatz.

Aber nicht nur Xbox Live sorgte für den Siegeszug der Xbox 360, sondern auch eine Vielzahl an hochwertigen Titeln, welche exklusiv für Xbox 360 erschienen. Spiele wie Alan Wake, Halo und  Gears of War etablierten sich schnell und entwickeln sich zum Hit. Andere Spiele wie Minecraft setzten Trends weiter. Die Liste der Exklusivspiele ist lang, und die meisten von ihnen sind Meilensteine der Videospielgeschichte der letzten Jahre. Microsoft machte seine Hausaufgaben und sorgte für eine riesige Vielfalt an Unterhaltungsangeboten und Spielen. Für jeden war etwas Passendes zu finden.

 

Good To Know

Abwärtskompatibilität:

Dank eines Emulators, der zusätzlich geladen werden kann, unterstützt eine Xbox 360 mit Festplatte auch Titel der alten Xbox. Aber leider nicht wirklich alle. Die Liste aller kompatiblen Titel gibt es auf der offiziellen Webseite der Xbox 360. [Hier der Link]

 


 

Games with Gold:

E3 2013 erstmals angekündigt, nun fester Bestandteil von Xbox Live Gold. Spieler die den Gold-Status haben erhalten seit dem Juli 2013 monatlich  zwei Spiele gratis. Sony bietet ein ähnliches, aber deutlich umfangreicheres Programm namens PlayStation Plus an, und das schon seit Juni 2010.

 


 

Cache leeren:

Man kennt es vom Browser am PC. Läuft es nicht rund, hilft es mal den Cache zu leeren. Das geht  auch auf der Xbox 360. Und das geht so:

  1. Drücken der Guide-Taste
  2. Auswählen der Einstellungen
  3. Speicher auswählen
  4. Festplatte auswählen
  5. Auf dem Controller folgende Abfolge eingeben: Y, X, X, LB, RB, X, X.

Achtung: Die Abfolge löscht (vorübergehend) sämtliche Software-Updates eurer Spiele, jedoch keine Daten wie Speicherstände oder Musik!

 

Pleiten, Pech und Pannen – Oder durch stolpern, lernen wir.


 

Red Ring of Death

Wie oben bereits schon erwähnt kannten Besitzer der frühen Xbox 360 Modelle den Fehler und genauso fürchteten sie ihn: Den „Red Ring of Death„.

Die üblicherweise grüne LED des „Ring of Light“ wechselten zu rot und ab dem Zeitpunkt war die Konsole unbenutzbar. In der hohen Fehlerrate von ca. 55% gesellten sich Hardware-Fehler unterschiedlichster Klassen auf. Überhitzungen und Probleme mit dem Stromkabel waren die meist Verbreitesten. Im Sommer 2007 bekennt sich Microsoft zu dem Problem und erhöhte die Garantie auf drei Jahre. Defekte Geräte werden über einen Anruf in der Xbox Hotline gemeldet und können dann darauf hin eingeschickt werden und werden binnen zwei bis drei Wochen repariert oder ausgetauscht.

Nach dem Einbau des Jasper-Chips in den kommenden Xbox 360 Generationen nimmt die Fehler-Rate massiv ab. Und ab der Modellserie Xbox 360 S sind die Fehler für einen „Red Ring of Death“ so gut wie ausgestorben.


 

Laufwerk für HD-DVD

Blu-ray und HD-DVD (High Density Digital Versatile Disc) kämpften um die Vorherrschaft als führendes Format. Sony kündigte mit der PlayStation 3 ein Blu-ray-fähiges Laufwerk inklusive an. Da wollte Mircosoft auch deren Xbox 360 Konsole um eine HD-Möglichkeit erweitern, da diese nur mit einem DVD-Laufwerk standardmäßig ausgeliefert wird.

Dadurch schließt sich Microsoft mit Toshiba zusammen und bringen Ende 2006 das externe HD-DVD-Laufwerk für die Xbox 360 auf den Markt, für 200 Euro zusätzlich. Die HD-DVD verlor 2 Jahre später den Kampf gegen die Blu-Ray und das Format starb auch und somit die Daseinsberechtigung des HD-DVD-Laufwerkes von Microsoft und Toshiba.

 


 

Xbox Live Vision Camera

Xbox Live Vision Camera war der Vorreiter der Kinect. Hatte aber allerdings einen sehr kurzen Auftritt in der Zubehörliste für die Xbox 360. Vorrangig wurde genutzt um das eigene Gesicht auf Charaktere übertragen (Rainbow Six Vegas), Fotos von sich ins Spiel integrieren (Burnout Paradise) und ähnliches. Der eigentliche Sinn und Zweck der Kamera, nämlich als Eingabegerät für neue Spiel-Mechaniken herzuhalten, war alles andere als erfolgreich. Die Steuerung erkannte wichtige Gesten oft nicht richtig und sorgte so mehr für Frust, statt Lust.

 


 

Cross-Platform-Gaming

Waghalsig, anders kann man es nicht kürzer beschreiben war der Versuch von Microsoft 2007 mit dem Spiel Shadowrun Konsolen und PC-Spieler plattformübergreifend gegeneinander antreten zu lassen. Bis zu 16 Spieler auf beiden Plattformen sollen sich in einem Mehrspieler-Match gegenüberstehen, gleiche Chancen für alle. Zumindest dachte man das am Anfang.

PC-Spieler sind mit Tastatur und Maus präziser als Konsolen-Spieler und so gewinnen diese gewöhnlich jede einzelne Runde. Somit wurden Idee und Konzept verworfen und bis her zum Glück nie wieder aufgegriffen.

 


 

Kein Heavy Rain

Februar 2010 wird Heavy Rain nach seiner Veröffentlichung von Spielern und Presse zugleich hochgelobt und gepriesen. Xbox 360 Spieler wird aber das Spiel verwehrt bleiben, es sei denn sie kaufen eine PlayStation 3. Microsoft hatte Angst, die Thematik um die Kindesentführung könnte einen Skandal auslösen. Also lehnten die Hersteller die Veröffentlichung über die Xbox 360 ab.  Der richtige Schritt war das vermutlich nicht. Der Skandal blieb aus und PlayStation 3 konnte einen weiteren exklusiven Titel für sich verbuchen.

 

 

 

 


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