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Rainbow Six Siege


Es ist eine gefühlte Ewigkeit her, dass ich zusammen mit meinen Freunden eine gepflegte Runde Rainbow Six Vegas 1 oder 2 gespielt habe. Gerade der erste Teil bescherte uns unzählige Stunden mit bester Unterhaltung. Umso bedauerlicher war es, dass es die letzten Jahre so still um die Marke geworden war. Doch nun, unfassbare sieben einalb Jahre später erreicht uns endlich der nächste Ableger der Rainbow Six Marke und die Erwartungen der Fans sind groß. Vieles hat sich geändert, mancher ist der Meinung, dass Veränderungen gut sind und es gibt andere, die Vertreten das Sprichwort: „Never change a running System“ welche Fraktion am Ende Recht hat, erfahrt ihr in unserem Test.

Die mit Abstand erfolgreichste Marke der Taktik-Shooter hört auf den Namen Counter-Strike und stammt aus dem Hause Valve und auch dieser stand bei Rainbow Six Siege eindeutig Modell. Muss Counter-Strike seit jeher ohne Singleplayer-Modus auskommen trifft es Rainbow Six Siege fast so hart. Zwar wäre es mehr als gewagt zu behaupten, dass das Spiel mit einem vollwertigen Singeplayer ausgestattet ist, doch das dieser komplett fehlt entspricht auch nicht der Wahrheit. Der besagte Spielmodus hört auf den Namen „Situationen“, und dient dem Spieler eigentlich nur dazu die verschiedenen Operatoren und deren Funktionen beizubringen. Nach dem einmaligem durchspielen ist dieser Modus ehrlich gesagt aber nicht mehr interessant und motiviert nicht um ihn nochmals in Angriff zu nehmen. Nicht vergessen darf man den Terrorist Hunt. Hierbei geht es darum, dass man zwischen 1-5 Personen im Koop gegen eine unbestimmte Anzahl an Terroristen vorgeht. Entweder als Verteidiger vier Wellen übersteht oder als Angreifer, der entweder zwei Bomben entschärft oder eine Geisel befreit. Die KI ist auf Normal nicht anders zu beschreiben als mit dem Wort doof. Auch wenn es auf der Schwierigkeitsstufe „Realistisch“ etwas anstrengender wird, ist der geübte Taktik Shooter Gamer auch dann kaum gefordert. Jedoch eignet sich der Terrorist Hunt ziemlich gut, Erstspieler an den Titel heran zu führen und auch für diejenigen, die sogenannte Battlefield und COD Finger haben, sich das doch etwas andere Handling anzueignen.

In diesem Spiel wird Realismus und Taktik sehr gross geschrieben. Wie bei Counter Strike sind Wände nicht gleich Wände. Pappwände und Holzwände können durschossen, oder aber auch gleich ganz weg gesprengt werden. Der Verteidiger hat zur Hilfe zwei Metallverstärkungen mit. Diese dienen zur Verstärkung der Wände und Böden und können auch nicht mehr durchschossen werden. Nur noch ein Operator hat die Möglichkeit, solche Verstärkungen per Sprengladung zu durchbrechen. Hier komme ich auch schon auf eben jenen Operator. Insgesamt gibt es 20 Operatoren, wobei jeder eine eigene spezielle Fähigkeit besitzt. Hier kommt aber auch schon der Hacken der Sache: Aus unerklärlichen Gründen hat sich der französische Publisher Ubisoft dazu entschieden, Polizisten gegen Polizisten kämpfen zu lassen. Diese stammen von den bekannten Spezialeinheiten der Welt wie GSG9, FBI, Speznas etc. Terroristen sind im 5 gegen 5 fehlanzeige. Auch wenn die Maps etwas detailarm erscheinen, ist die Grösse und das Map-Design genau richtig. Den Campern wird so gut wie jeder Platz verwehrt und für jede Situation gibt es den richtigen Operator. Aus diesem Grund muss auch je nach Strategie der richtige Operator ausgewählt werden. Teamplay und taktische Absprachen vor dem Spiel sind sehr wichtig. Man bespricht zusammen, wo wird welche Türe wie verbarrikadiert. Welche Wände werden verstärkt, wo sollte man den Störsender aufstellen und wer und wie viele schützen sollen in den Raum oder in andere Stockwerke gehen, um den Gegner beim Angriff von hinten zu überraschen.

Der Multiplayer besteht aus Bombe entschärfen, Geisel befreien oder Gebiet sichern. Ein Team, die Defensive, hat 30 Sekunden Zeit und verbarrikadiert die Türen und Fenster, legt Stacheldrahtzäune auf den Boden und man kann sogar, je nach Operator, fiese Sprengfallen platzieren oder die Technik Gadgets der Feinde durch EMP-Wellen lahmlegen. Das angreifende Team sucht per Drohne das Ziel. Dann der grosse Moment: Als Angreifer sitze ich beim Ziel oder verstecke mich in einer Ecke und warte auf den Gegner. Gefesselt von jedem Geräusch versuche ich zu erahnen, wo der Gegner

herkommt. Ich schau über die Kameras durch die Korridore und platze fast vor Spannung. Genau so geht es mir als Angreifer. Hat sich ein Verteidiger ausserhalb des Ziels versteckt? Welche Wand sprenge ich am besten? Was erwartet mich hinter diesem Fenster? Einer der grössten Momente war für mich, als ich im Keller eines Hauses war und gesehen habe wie es Staub von der Decke rieselt. Zuerst rechts, dann mit Laufschritten hörbar durch den ganzen Raum. Dann kam mein Moment, ich Schiesse durch die Decke und plötzlich kommt die Meldung 5 vs. 4 und ich wusste ich hatte ihn erwischt.

Zuerst erschienen mir die drei Minuten etwas kurz, die man jeweils Zeit hat um den Gegner auszuschalten oder das Ziel zu erreichen. Doch Ubisoft hatte auch hier das richtige Händchen. Auch kann man sich entscheiden, ob man den Modus locker spielen möchte, wobei die K/D und die S/N nicht gewertet werden. Die Spiele werden Best of Five gespielt. Das Rangspiel kann man erst ab Level 20 spielen, oder wenn man von jemanden mitgenommen wird, der diesen Rang bereits hat. Hier geht es dann auf vier Siege. Am Anfang habe ich mich bei den Locker Runden immer etwas gewundert, manche Operatoren schienen sinnlos. Doch schon nach dem ersten Mal Rang spielen wurde mir bewusst, wie durchdacht die Taktikmöglichkeiten sind. Zum Beispiel sieht man die Sprengfallen nicht mehr (bekommt auch keine akustische hinweise mehr), dadurch macht IQ (GSG9 Operator) mit dem Technik-Suchgerät wie viel mehr Sinn.

Dolby Surround ist fast schon Pflicht. Es ist erstaunlich wie gut man die Geräusche erkennen kann, von wo der Gegner kommt, oder wo genau eine Explosion in die Luft gegangen ist. Hierbei ist den Franzosen ein kleines Meisterwerk gelungen.

Fazit

Auch wenn sich die Marke gegenüber den Vorgängern stark verändert hat, muss man Ubisoft ein Kompliment aussprechen, denn genau solch ein Titel hat dem PlayStation und Xbox One Publikum noch gefehlt. Leider sind die Server-Schwierigkeiten und die Verbindungsprobleme immer noch gross, was den Spielspass auch schon mal hemmen kann; aber nicht muss. Wenn man nur zu viert ist, ist es schon fast unmöglich ein „Locker“ Spiel zu starten. Man wird schon fast gezwungen, „Rang“ zu spielen. Die Spannung, die Taktik und vor allem der Sound macht das ganze Spiel lohnenswert. Auch wenn es für einen Vollpreis-Titel etwas mager erscheint, ist es für jeden Taktik-Fan ein „Must-Have“. Gefesselt von der Spannung und begeistert von den verschiedenen Möglichkeiten kann ich euch das Game nur empfehlen.

 


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