Retro

Perfect Dark


Das Meisterstück-Der Multiplayer

Selbst aus heutigen Gesichtspunkten hat Perfect Dark mit der schieren Anzahl an Einstellmöglichkeiten den meisten Ego-Shootern gegenüber immer noch was voraus.

Man kann nahezu alles einstellen. Sei es nun Spiellänge oder Abschuss Limit, das Waffenset, die Musik oder Teameinstellungen. Den Teams konnte man sogar eigene Namen verpassen. Herzstück des Multiplayer sind nicht die vielen Modi oder zum Beispiel der Challengemodus mit seinen 30 Aufgaben (zum Ende hin richtig schwer!), sondern eher, dass man ein eigenes Profil anlegen konnte, in dem jeder Spielerfortschritt penibel aufgelistet wird. Man beginnt als Azubi auf Rang 21 und kämpft sich bis nach Rang 1 vor. Innerhalb eines Spieles werden verschiedene Parameter berechnet, die von Nöten sind, um aufzusteigen. Zum Beispiel sind gelaufene Kilometer einer dieser Parameter. Aber gerade das in diesem Punkt erforderliche Maximum von 9.000 Kilometer zu erreichen,ist ohne die Verwendung eines bestimmtes Tricks, eine Aufgabe von Jahren und das ist kein Scherz. Man braucht sich nur einmal überlegen, wie lange man tatsächlich braucht um diese Strecke zu Fuß zurückzulegen.

Weitere Parameter sind die Medaillen, die man für Kopschüsse, Genauigkeit, Meisterschütze und Überlebender erhält. Dieses ausgeklügelte Rangsystem macht den großen Reiz des Multiplayer aus, da man selbst nach dem xten Spiel immer noch ein Ziel vor Augen hat.

Neben 4 menschlichen Spielern konnten auch bis zu acht Bots hinzu geschaltet werden. Diese Simulanten sind in ihrer Konfiguration auch konkurrenzlos. Neben dem üblichen Stärkegrad, der von Opfer bis Dark [DarkSims sind übermenschlich stark, können sich unnatürlich schnell bewegen , haben eine Reaktionszeit von 0 Sekunden und ihnen wurde sogar das ‚Campen‘ in die Waagschale gelegt. Das heißt, dass sie sich an günstigen Positionen der Arena hinstellen nur darauf warten bis der Spieler in die Falle läuft] wurden den computergesteuerten Mitspielern auch „menschliche Charakterzüge“ mit auf den Weg gegeben. Da wäre zum Beispiel der ‚RacheSim‘. Wenn man diesen auf dem Gewissen hat, wird er bevorzugt seinigen Peiniger aufsuchen, um ihn um die Ecke zu bringen. Der ‚JustizSim‘ macht Jagd auf den führenden Spieler, während der ‚FaustSim‘ nur mit seinen Fäusten arbeitet. Das hört sich zwar harmlos an, aber der Schläger hat es Faustdick hinter den Ohren. Wenn man im Team spielt, ist es sogar möglich, dass man den Simulanten ein paar Befehle gibt, wie zum Beispiel, dass die Basis verteidigt werden soll oder man stellt sich einen Bot als persönlichen Leibwächter an die Seite.

Durch die vielseitig einsetzbaren Waffen, von denen über 20 im Multi einsetzbar sind, bleiben die Matches immer abwechslungsreich. Vor allem deswegen, da man seine Mitspieler auf hinterlistige Art und Weise aufs Korn nehmen kann. Gerne legt man die eigene Waffen namens „Dragon“ aus. Ein Maschingewehr, welches zur Sprengfalle wird, wenn man es auf den Boden legt und sich diebisch darüber freut, wenn ein ahnungsloser Spieler darüber läuft. Mit der „Far Sight“ lässt sich sogar durch Wände schießen, sodass den Campern das Leben schwer gemacht werden kann. Saucool ist auch die Zweitfunktion des Raketenwerfers Slayers. Denn da konnte man die abgeschossene Rakete selbst frei durch den Level aus der Ego-Perspektive steuern. Es lassen sich noch unzählige weitere Beispiele aufzählen, aber am besten findet ihrdiese Finessen von alleine heraus.

Das einzige was am Multiplayer zu bemängeln ist, dass er absolut nicht ruckelfrei läuft. Besonders wenn ihr zu viert mit Simulanten spielt, geht die Framerate dermaßen in die Knie, als wenn man ein Daumenkino vor Augen hätte. Durch das Runterschrauben der Auflösung auf 320x 280 kann man die Bildwiederholungsrate etwas aufschrauben. Gegenüber ********* läuft ein 4-Spieler Splitscreen im Vergleich aber flüssiger.

Fazit

Perfect Dark ist heute noch ein wahres Meisterstück. Was Rareware an Ideen, Features und Spielmodi integriert hat, ist nahezu in dem Sektor immer noch unerreicht. Selbst heute noch, 12 Jahre nach dem Release, wird das Modul zusammen mit meinem Bruder immer noch im Multiplayer gespielt. Natürlich lässt der Komfort in Sachen Framerate im Multi teilweise zu wünschen übrig, aber das Gameplay und dieses unnachahmliche Gefühl beim Zocken ist nach wie vor vorhanden. Das Trefferfeedback ist einfach nur großartig. Wer PD noch nie gespielt hat, sollte es schleunigst nachholen, wer eine grafisch ansprechendere Version spielen möchte, kann sich die Xbox Live Arcade Version herunterladen. Hier wurden die Charaktermodelle und Texturen aufpoliert und überarbeitet, ansonsten blieb alles gleich. (natürlich mit deutlich besererer Framerate!)

Zum Abschluss noch weitere wissenswerte Fakten:

-Als Inspiration für den Charakter Joanna Dark dienten unter anderem Skully von Akte X oder die weibliche femme fetale aus Nikita. Der Name ist abgeleitet von Jeanne d’Arc, der französischen Freiheitskämpferin.

-Der Anime Ghost in the Shell diente ebenfalls als Vorlage

-Perfect Dark sollte eigentlich in Japan Aka to Kuro heißen, was so viel wie Rot und Schwarz bedeutet (siehe Boxart)

-Der Name des Spieles rührt unter anderem daher, dass es geplant gewesen ist, dass der Wechsel zwischen Dunkelheit und Licht das Hauptfeature des Spieles sein sollte (deswegen kann man auch Lichtquellen ausschalten und es existiert der Cheat perfekte Dunkelheit). Eine Fackel war bereits eingebaut gewesen. Sie wurde aber wieder herausgenommen, da die Hardware die Lichtberechnung nicht zufriedenstellend darstellen konnte. Martin Hollis, Director und maßgeblicher Mastermind hinter PD sagt, dass Entwickler selbst heute noch Probleme damit hätten, wenn es um Echtzeitlichteffekte ginge. Einer Aussage, der man zustimmen kann. In wie vielen Spielen, die heute erscheinen ist es nicht möglich Lichtquellen per Waffe zu verdunkeln?

-In jedem Level des Spieles lässt sich ein verstecktes Käsestück finden. Ursprünglich sollte man beim Auffinden des Käses einen Cheat freischalten können. Dieses Feature wurde aber wieder entfernt, der Käse jedoch verblieb jedoch in den Missionen. Cheats werden wie bei ********* durch Zeitangaben freigeschaltet, indem man einen Level auf einen bestimmten Schwierigkeitsgrad innerhalb des Zeitlimits löst

-Einige Leute aus dem Entwicklerteam haben sich im Multiplayer verewigt, indem sie ihr Gesicht als frei auswählbaren Charakter zur Verfügung gestellt haben. Übrigens kann man dort auch Shigeru Miyamoto, Schöpfer von Mario und Zelda auswählen!

-Martin Hollis arbeitete 14 Monate an PD, bevor er Rare verließ. David Doak und Steven Ellis verließen bereits in der frühen Entwicklungsphase 1998 die Firma. Sie gründeten darauf Free Radical Design, dessen Timesplitters-Serie viel von GE und PD übernommen hat.

-Wenn man den Rang 1 erreicht hat, erhält man einen Benutzernamen Entropic Decay mit dem Passwort Zero-Tau. Wozu dieser Login gedacht war ist ein Rätsel. Angeblich war es vorgesehen, dass man mit den Zugangsdaten sich auf der damals eingerichteten dataDyne Website einloggen konnte.

-Perfect Dark erschien nicht in Deutschland

-Mit dem Transferpak und der Gameboy Color Version, konnte man auf leichteren Wege beim N64-PD Cheats wie Alle Waffen freischalten


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