Retro

Perfect Dark


 

Publisher:  Nintendo
Entwickler:  Rareware
Genre:  Ego-Shooter
Release:  Juni 2000
USK-Freigabe:  18
Plattform:  Nintendo 64

„James Bond will return“, so hieß es im Abspann von Goldeneye (indizierter Bond Shooter) auf dem Nintendo 64. Obwohl viele Leute da draußen sicherlich darüber sehr glücklich gewesen wären, erneut mit James Bond die Welt zu retten, entschied man sich beim englischen Entwickler Rareware schon recht früh dazu, während der Entwicklungsphase des Nachfolgers, eine komplett neue Geschichte rund um eine Geheimagentin zu erzählen. Und so wurde Joanna Dark kreiert, die im Dienste des Carrington Instituts ihre Aufträge erledigt. Getauft wurde das Spiel auf den Namen Perfect Dark.

 

Die Geschichte um die Entwicklung des Titels lässt sich gut mit einem Wort beschreiben. „Wartezeit“. Wie man es von der britischen Firma gewohnt ist, wurde das Spiel abermals verschoben, sodass die Fans auf eine harte Probe gestellt wurden. Erstmalig wurde PD auf der E3 98 gezeigt, eine spielbare Version gab es auf der E3 99 und erschienen ist es schließlich im Mai 2000 in den USA. Europa folgte im Juni. Ein einzigartiges Feature, nämlich der „Perfect Head“ Modus wurde sogar aus dem Spiel gestrichen. Mit diesem war es möglich (es wurde bereits Live demonstriert), dass mit Hilfe der GameBoy Camera sein eigenes abfotografiertes Gesicht auf eine Spielfigur im Multiplayer von PD übertragen werden konnte, sodass man sich waschecht virtuell in die Birne schießen konnte. Dass so eine Sache gleich die Moralapostel auf den Plan rief, war abzusehen und so wurde dieses Feature aus dem fertigen Spiel gestrichen. Aber dieses Feature beweist wiederum, wie Visionär Rareware bei der Entwicklung vorgegangen ist.

Mein Name ist Dark, Joanna Dark

Joanna ist das beste Pferd im Hause Carrington und wird deswegen mit den schwierigsten Aufträgen versehen. Ihr Auftrag lautet die Machenschaften der dubiosen dataDyne Corporation aufzuklären.

Das Spiel ist im Jahre 2023 angesiedelt und dementsprechend futuristisch angehaucht ist das gesamte Geschehen auf dem Bildschirm. Schon recht früh erfährt Joanna, dass sie einer waschechten Verschwörung auf der Spur ist, denn sogar der US-Präsident schwebt im Lebensgefahr. Dazu befindet sich in den tiefen des Ozeans eine geheimnisvolle und mächtige Waffe, die von außerirdischen Leben erschaffen wurde. Und diese Waffe versuchen nicht nur menschliche Wesen in die Fänge zu bekommen. So erhält man ab der Hälfte des Spieles sogar Unterstützung durch das Alien mit dem markanten Namen Elvis. Für einen Ego-Shooter bietet Perfect Dark also eine recht ansprechende Story.

PD ist neben dem Single und Multiplayer noch mit weiteren Modi ausgestattet. Im Koopmodus kann man das Spiel erwartungsgemäß zusammen mit einem Kumpel durchspielen. Der Counter Op-Modus bot eine völlig andere Herangehensweise . Ein Spieler übernimmt die Rolle von Joanna und der andere übernimmt das Geschick eines Soldaten und sein Ziel ist es, Joanna aufzuhalten. Wird man durch die Agentin erledigt wechselt man in den nächst verfügbaren Körper und beginnt von neuem solange, bis Joanna entweder das Level beendet hat oder bis sie eliminiert wurde.

Bevor man eine Mission startet, ist es sogar möglich am Arbeitsplatz des Carrington Institutes herum zu laufen. Am Schießstand macht ihr euch mit dem Waffen vertraut und könnt durch erfolgreiches Zielschießen, einige Schießeisen aus ********* freischalten. Oder ihr haltet ein Schwätzchen mit eurem Chef Daniel Carrington. Wer das Institut wie seine Westentasche kennt, hat später im Spiel, wenn euer Arbeitsplatz selbst zur Zielscheibe wird, einen klaren Vorteil.

Ansonsten folgt Joanna auf den gleichen Gameplayfaden wie ihr 007 Pendant. Jeden Level kann man auf drei Schwierigkeitsstufen durchspielen und je nachdem welchen Härtegrad man gewählt hat, unterscheiden sich die Missionsziele. So lernt man selbst nach mehrmaligen Durchspielen immer noch was Neues kennen. Auch die Level selbst sind von ihren jeweiligen Setting her sehr abwechslungsreich gestaltet wurden, sodass sie ihren eignen Charme besitzen.

Die Grafikengine, die eine Weiterentwicklung der Goldeneye Engine ist, holt wirklich alles aus dem N64 heraus und überfordert die Konsole mitunter deutlich, sodass heftiges Ruckeln auftreten kann, vor allem im Multiplayermodus. Aber dazu später mehr.

Nach wie vor besitzen Joannas Feinde verschiedene Trefferzonen, sodass ein Kopfschuss jederzeit tödlich ist. Neu hinzugekommen ist, dass man seine Widersacher bewusstlos schlagen und entwaffnen kann. Aber auch die Gegner selbst haben eine bessere Künstliche Intelligenz spendiert bekommen. Auch wenn es mehr ein nettes Detail ist: Wenn ein Gegner am Bein oder am Arm angeschossen ist, halten sie sich an die entsprechende Stelle und man sieht sogar das Blut auf den Boden tropfen. Wer lauthals rumballert alarmiert die Wachen. Diese laufen sogar manchmal von euch davon, um nach Hilfe zu suchen. Wenn man ihnen zu Nahe kommt, setzen sie ihre Nahkampfattacken ein und sie ziehen sogar eine zweite Waffe nach, wenn die erste aus der Hand geschlagen oder geschossen wurde.

Um PD überhaupt vollständig spielen zu können, war die Speicherweiterung, das Expansion Pak von Nöten. Ohne die zusätzlichen 4MB Speicher war es nicht einmal möglich den Singleplayer zu spielen, sondern gerade einmal nur einen abgespeckten Multiplayermodus. Mit dem Zusatz war man in der Lage das Geschehen in einer hohen Auflösung von 640×480 darzustellen. Dazu wurde auch ein 16:9 Modus angeboten. Einer der größten Errungenschaften der Engine ist das Lightning-System. Viele Lichtquellen lassen sich ausschalten, sodass zuvor hell erleuchtete Räume nun fast völlig abgedunkelt sind. Nur sprühende Funken bringen wieder ein wenig Licht ins Spiel. Natürlich konnte man auch durch das Abfeuern einer Waffe ebenfalls den Raum erhellen. Übrigens besaß nahezu jede Waffe auch eine meist sehr nützliche Zweit-Funktion. Gerne erinnert man sich ja an die Laptop Gun, die sich in der zweiten Funktion in eine Selbstschussanlage verwandelte. Zudem sah man nun, im Gegensatz zum Vorgänger, wie eine Waffe nachgeladen wird. Und auch hier gibt es einige nette Animationen, Stichwort Cyclone. Ebenfalls neu war auch der Blutfaktor. Kleidung verfärbte sich der Einschusslöcher entsprechend rot und Blut spritze sogar auf die Umgebung. Dieser Effekt wurde aber keinesfalls übertrieben eingesetzt. Auch ein nettes Detail war das Benommen sein. Wenn man ein paar Schläge abbekommen hatte, wurde das Bild verschwommen, sodass man schlechter sehen konnte.

Soundtechnisch wurde für damalige Verhältnisse einiges geboten. Die Klangkulisse unterstützt Dolby Surround. Alle Dialoge im Spiel wurden vertont, selbst die Wachen haben untereinander kleinere Gespräche und werfen Joanna das eine oder andere an den Kopf wenn sie ihr begegnen. Die Musik selbst kann sich ebenfalls mehr als hören lassen und erinnert hier und da an die Stimmung der Lieder aus dem Vorreiter.


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