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Overwatch


7. November 2014 – Wir begeben uns zurück nach Kalifornien, USA in das Anheim Convention Center.

Die alljährliche „BlizzCon“ stand vor der Tür, wo sich, in gewohnter Manier, Unmengen an Videospiel-Sympathisanten zusammen fanden, um über neue Spielinhalte seitens Blizzard zu erfahren.

Blizzard hatte, bis dato schon, eine unglaubliche Community aufgebaut, die jedes Jahr mit voller Faszination und großen Erwartungen auf die Neuerungen entgegenblickt. Dementsprechend war die Halle einmal mehr ausverkauft (26.000) und auch die Stimmung war positiv angespannt, denn dieses Jahr sollte Blizzard, laut Gerüchten zufolge, ein neues Spiel mit dem Namen „Overwatch“ ankündigen. Das Internet überschlug sich mit wilden Spekulationen. Handfeste Informationen hatte jedoch keiner.

Nun war es soweit!

Nach der Eröffnungszeremonie ließ Blizzard die Katze aus dem Sack und kündigte mit voller Freude und Optimismus einen „neuen teambasierenden Multiplayer-Shooter“ mit dem Namen „Overwatch“ an. Nicht nur wir, sondern auch das ganze Publikum war schlichtweg überrascht und begeistert. So war die einzige Frage, die nach der Ankündigung noch offen blieb, ob Blizzard eigentlich „Shooter“ kann.

24. Mai 2016 – Nach geschlagenen 1 1/2 Jahren veröffentlichte Blizzard Entertainment dann endlich den langersehnten Multiplayer-Ego-Shooter und wir konnten dieser wichtigen Frage nachgehen!

Overwatch als Friedenseinheit

Ja, Overwatch hat eine Vorgeschichte. Sie ist im Wesentlichen, für das Spielverständnis zwar nicht von Bedeutung, kann aber als nette Hintergrundgeschichte verstanden werden: In der Zeit, in der Overwatch spielt, war es üblich, dass Mensch und Roboter friedlich in Symbiose lebten.  Die sogenannten „Omnics“ waren ursprünglich gebaut worden, um die Produktion anzukurbeln und für weltweite wirtschaftliche Gleichstellung zu sorgen. Doch wie das Schicksal so wollte, stellte sich die Roboter-Vereinigung, aufgrund eines Zwischenfalls, gegen die Menschheit und versuchte diese zu unterwerfen. Aus Gegenwehr schickten die Menschen folgerichtig ihre tapfersten Helden in den Kampf auf Leben und Tod. Diese ausgewählten Helden schlossen sich dann unter dem Namen „Overwatch“ als eine internationale, militarisierte Friedenseinheit zusammen. Nun, wie bereits erwähnt, ist die Geschichte für den Multiplayer-Shooter inhaltlich irrelevant und sollte viel mehr als einen kleinen Prolog und Vorlage des Settings abgestempelt werden. Naja eigentlich doch recht Schade, wie wir finden. Hier hätte sich Blizzard dann doch mehr einfallen lassen können.

Setting

In Overwatch erwartet euch, eine von Blizzard gewohnte, bunte, hübsche und vor allem farbenfrohe Phantasiewelt. Mit insgesamt 12 Karten (Stand März) und sage und schreibe 21 Helden bietet das Spiel mit vier Spielmodi sehr viel Abwechslung. Die unterschiedlichen Spielmodi stellen dabei einen ganz wichtigen Aspekt dar. Sie unterscheiden sich nicht nur auf ihre ganz eigene Art und Weise, sondern bestimmen auch, auf welcher Karte das Match ausgetragen wird. So gibt es neben den Modi „Punkteroberung“ und „Frachtbeförderung“ auch noch die Spielmodi „Kontrolle“ und „Angriff/Eskorte“. Letzteres bildet einen Mix aus „Punkteroberung“ und „Frachtbeförderung“.

So, bevor wir aber von der Funktionsweise der Spielmodi sprechen, werfen wir doch an dieser Stelle noch einen kurzen Blick darauf, wie jedes Match überhaupt beginnt: Nachdem ihr einem Match beigetreten seid, kommt ihr automatisch in die überraschend übersichtliche Auswahl eurer Helden. Mit insgesamt 4 Klassen, bestehend aus 6 Offensiv-Helden, 6 Defensiv-Helden, 5 Tanks und 4 Unterstützer, habt ihr wohl die Qual der Wahl. Natürlich lässt sich jeder Held anders spielen, wobei jeder seine Vor- und Nachteile hat. Zudem zeigt euch ein nettes und nützliches Feature auf der rechten Seite an, welche Helden-Klasse euer Team noch braucht und von welcher ihr zu viel habt. Wisst ihr noch nicht, welchen Helden ihr nehmt, könnt ihr euch an die Vorschläge halten und solltet das unserer Meinung auch, denn eine ausgewogene Helden-Auswahl im Team ist der Schlüssel zum Erfolg! Habt ihr euch dann für einen entschieden, kommt ihr, nach Ablauf der 30-Sekündigen Überlegungszeit, zusammen mit eurem Team in einen abgeschlossenen Vorraum (man könnte fast schon von einem Briefing-Raum sprechen) und wartet, bis das Match anfängt und ihr euch gemeinsam in den Kampf stürzen könnt. Soweit so gut, aber beschäftigen wir uns jetzt einmal mit der Frage, wie die unterschiedlichen Spielmodi eigentlich aussehen und was die Aufgabe der Spieler ist.

Spielmodi

In „Punkteroberung“ treten 2 Teams, die sich aus je 6 Helden zusammensetzen, auf den Karten „Tempel des Anubis“, „Hanamura“ und „Volskaya Industries“ an. Die Angreifer versuchen insgesamt zwei „Punkte“ einzunehmen, während die Verteidiger hingegen die Aufgabe haben, sie davon abzuhalten. Aus der Sicht der Angreifer reicht es dabei, wenn ein Teammitglied die Initiative ergreift und für ein paar Sekunden in dem eingegrenzten blauen Viereck verweilt. Danach gilt es den zweiten Punkt einzunehmen, der unglücklicherweise direkt vor dem Spawnpunkt des Gegner-Teams liegt, was sich je nach Helden-Kombination im Team als möglich oder aber auch als unmöglich herauskristallisiert. Wie bereits erwähnt, ist es die Aufgabe der Verteidiger, die Angreifer davon abzuhalten. Gelingt es ihnen, binnen der vorgegebenen Zeit, haben diese gewonnen. Eine Verlängerung kann es geben, wenn mindestens ein Offensivspieler, nach Ablauf der Zeit, noch in das breit gemessene Viereck schafft.

Im nächsten Spielmodi „Frachtbeförderung“ eskortieren die Angreifer (6 Helden) eine Fracht zu dem Hauptquartier der Verteidiger (6 Helden). Sie können die Fracht in Richtung Ziel befördern, indem sie in der Nähe bleiben und die gegnerischen Versuche, sie aufzuhalten, abwehren. Schafft das Defensiv-Team das Offensiv-Team von der Fracht zu lösen, bewegt sich diese langsam wieder zurück zum ursprünglichen Ausgangspunkt. Auch hier steht eine abwechslungsreiche Kombination der Helden im Vordergrund! Je weiter das Angreifer-Team in das gegnerische Hauptquartier vordringen, umso schwieriger wird es, den Angriffen der Verteidiger stand zu halten und umso mehr Teamplay wird von Nöten sein. Gewonnen haben die „Stürmer“ wenn sie die Fracht innerhalb der Zeit zum Ziel eskortieren. Schaffen sie das nicht, hat die „Verteidiger“  ihren Job mit Bravur erledigt und gewonnen.

Dieser Modus hat einen besonderen Nervenkitzel auf den letzten paar Metern wie wir finden:

Stellt euch vor, ihr seid Verteidiger und seht die Fracht, wie sie, zu euren Ungunsten, immer näher und näher kommt. Es muss irgendetwas passieren! Ihr ergreift also die Initiative, zusammen mit euren Teamkameraden, das Angreifer-Team derart anzugreifen, dass ihr sie komplett dezimiert. Es verbleiben aber noch 2 Minuten, aber schafft es, die Angreifer immer weiter zurückzudrängen, bis sie durch einen herben Schlag doch wieder die Kontrolle übernehmen. Die Fracht hingegen, hat sich während eurer Kontrolle vom Ziel weit entfernt. Ihr habt also nur noch 30 Sekunden und 5 Meter bevor die Gegner das Ziel erreichen. Nervenkitzel pur!

Der dritte Modus nennt sich „Kontrolle“ und stellt die Kontrahenten vor die Herausforderung, ein gemeinsames Ziel zu erobern und zu halten. Je länger ein Team das Ziel dominiert umso mehr Punkte bekommt es und kann die Runde letztlich für sich entscheiden. Das Team das als erstes zwei Runden für sich entscheidet, gewinnt das Match. Bei einem Unentschieden geht es in die dritte und letzte Runde. Der Letzte Modus heißt „Angriff/Eskorte“ und ist, wie bereits erwähnt, ein Mix aus den beiden Spielmodi „Punkteroberung“ und „Frachtbeförderung“.

Die Angreifern versuchen erst einen Punkt zu erobern. Gelingt es ihnen, müssen sie eine Fracht zum Zielpunkt eskortieren. Nachdem wir die Spielmodi erklärt haben, wäre es ein guter Zeitpunkt auch ein paar positive Worte zu den Karten zu verlieren: Sie sind alle unglaublich schön modelliert, sehr detailreich und auch das Layout lässt vom Gameplay her so gut wie keine Wünsche offen! Verschachtelte Passagen, mehrere Etagen und auch die direkten Wege zum Ziel lassen den Spielern viel Freiraum für ihre taktischen Vorgehensweisen. Ob aus dem Hinterhalt, aus der Ferne oder im Nahkampf. Die Karten erlauben alles! Doch, wie sieht es eigentlich mit dem Gameplay aus und wie lassen sich die Helden tatsächlich steuern?

Gameplay

Jeder Held aus den 4 unterschiedlichen Klassen hat eine Hauptwaffe mit 2 Schussmodi und 3 spezielle, individuelle Fähigkeiten, die man in den Partien klug und mit Gewissen einsetzen sollte. Der Soldier 76 beispielsweise hat als Hauptwaffe ein mächtiges Puls-Gewehr mit 25 Schuss, welches sich angenehm und präzise führen lässt. Sobald sich die zweite Schussmodi „aufgeladen“ hat, könnt ihr drei Helixraketen abschießen, die einen verheerenden Schaden anrichten, wenn sie den Gegner treffen! Danach müsst ihr wieder 8 Sekunden warten, bis ihr die nächsten Raketen verschießen könnt. Des weiteren hat der Soldier 76 die Fähigkeit dauerhaft zu sprinten, was bei Overwatch nicht als selbstverständlich gilt, und die Fähigkeit einen biotischen Emitter aufzustellen, in dessen Feld eure Gesundheit und die der Mitspieler aufgeladen wird.

Ein weiteres Highlight stellt zum Schluss noch die 3. Fähigkeit dar:

Mit der Zeit und den gewonnenen Punkten füllt sich eure Spezial-Attacke, die den Charakter kurzzeitig zu einer echten Bedrohung verwandelt. Bleiben wir beim Beispiel Soldier 76, so erhält er beim Aktivieren der Spezial-Attacke ein Taktisches-Visier, welches wie eine Art „Aimbot“ fungiert und die Gegner im Sichtfeld hervorheben lässt! Auch wenn ihr die Gegner nicht richtig im Fadenkreuz habt, trifft jeder Schuss! Setzt ihr die Fähigkeit im richtigen Augenblick ein, garantiert das Visier einen verheerenden Schlag gegen die Kontrahenten. Wie ihr seht, erwartet euch ein ausgefeiltes System, vor dem sich ein rasantes und angenehmen Gameplay stellt! Jedes Match ist einzigartig und macht einfach enorm viel Spaß!

Technisch perfekt!

Auf der PlayStation 4 und auf der Xbox One läuft das Spiel mit flüßigen 60 FPS auf einer knackigen Auflösung von 1080p. Das eingebaute Auflösungs-Scaling bei schnellen Szenen ist kaum notwendig. Bei Overwatch stehen also rasante Duelle ohne nervige Ruckeleinlagen im Vordergrund und das merkt man einfach in allen Belangen!Des Weiteren sei zu erwähnen, dass für den Multiplayer eine aktive Internetverbindung vorausgesetzt wird. Mit dieser könnt ihr euch dann, über die Online-Spielplattform Battle.net, gegen andere Player duellieren.

Um die passenden Gegner zu finden, erhält jeder Spieler ein sogenanntes Matchmaking Rating, welches durch die Ingame-Leistungen definiert wird. Dieses durchdachte System führt dazu, dass ihr dementsprechend gegen Spieler antretet, die vom Können her, die gleichen Fähigkeiten haben wie ihr. Zum Schluss sei noch zu erwähnen, dass Overwatch mit der Dolby-Atmos-Technik ausgerüstet ist und das erste Spiel ist, das diese Technik auch über Kopfhörer wiedergeben kann!

 

Fazit:

„Kann Blizzard überhaupt Shooter?“ Die Frage, die sich zu Beginn der Ankündigung aufdrängte und viele Kritiker zweifeln lies, hinterlässt wohl eine klare Antwort:

 Blizzard kann Shooter und das sogar richtig gut!

Nicht nur die vielfältigen Helden, die rasanten Duelle, die sehr schön modellierten Karten und der überzeugende Comic-Stil, sondern auch ein erstklassiges Gameplay- und Waffengefühl, die herausragende Spieldynamik und die individuellen Spielweisen der einzigartigen Charakter verleihen dem Spiel ein atemberaubendes Erlebnis für jeden Multiplayer-Shooter-Fan! Auch wenn es dem Spiel an weiteren Spielmodi fehlt und Overwatch mit vereinzelten Disconnects kämpft, zieht es die Spieler so in den Bann, dass wir für diese Leistung seitens Blizzard nur den Hut ziehen können! Kaum ein Spiel schafft es, dass das Match bis zum Schluss so aufregend und spannend ist wie in Overwatch. Wer also auf spannende und intensive Multiplayer-Schlachten steht und vor allem mit Freunden ein spaßiges und forderndes Spiel sucht, der ist mit Overwatch bestens und langfristig bedient!


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