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Mario Kart 8 Deluxe Nintendo Switch


Mario Kart 8 ist nach wie vor einer der Vorzeigetitel der Nintendo Wii U. Sowohl grafisch als auch vom Spielspaß her, handelt es sich hierbei um den bisher besten Mario Kart Ableger. Da die Nintendo Wii U von den Verkaufszahlen her hinter jedermanns Erwartungen zurück blieb (incl. Nintendo) beschloss das japanische Traditionsunternehmen den Titel neu auf der Nachfolgekonsole, der Nintendo Switch zu veröffentlichen und das Spiel somit mehr Leuten zugänglich zu machen. Selbstverständlich liefert Nintendo reichlich Gründe für einen Kauf. So kommt Mario Kart 8 Deluxe mit allen bisher erschienenen, kostenpflichtigen DLCs die für die Nintendo Wii U erschienen sind daher und auch technisch wurde das Spiel für Nintendos neueste Konsole aufpoliert. Konstante 60 FPS in gestochen scharfen 1080P!

Ursprünglicher Test zur Nintendo Wii U Version:

Es besteht kein Zweifel daran, dass die Marke Mario Kart auf eine durchweg positive Vergangenheit zurückblicken kann. Im Jahr 1992 also vor 22 Jahren veröffentlichte Nintendo den ersten Ableger der Serie auf dem Super Nintendo Entertainment System und mauserte sich seit dem zum Dauerbrenner. Nahezu jede Nintendo Hardware, ob stationäre Heimkonsole oder Handheld bekam und bekommt seitdem einen Ableger spendiert. Die am 30.05.2014 erscheinende Wii U Version stellt den achten Auftritt dar, und hört dem zu Folge auch auf den Namen Mario Kart 8. Es ist mittlerweile kein offenes Geheimnis mehr, dass die Nintendo Wii U bei den Absatzzahlen schwächelt und sowohl die Entwickler als auch Aktionäre darüber nicht gerade erfreut sind. Getreu dem Motto: „Software sells Hardware“ soll der neueste Mario Kart Ableger die Verkäufe nach oben treiben. Ob Nintendo sich ernsthafte Hoffnungen machen darf und der Titel zum Ferrari für die Verkaufszahlen wird oder nach all den Jahren zum Trabi verkommt erfahrt ihr in unserem Test.

Nintendo nimmt (endlich) an Fahrt auf!

Wie bereits kurz angesprochen  kann die Nintendo Wii U nicht an den Erfolg der Vorgänger Konsole, der Nintendo Wii anknüpfen. Es liegen Welten dazwischen. Zwar konnte man Nintendo anfänglich noch dafür verantwortlich machen, doch mittlerweile schafft man es alle wichtigen und bekannten Marken auf das neue Spielsystem zu bringen. Nachdem bereits die ersten Mario-Abenteuer, eine aufpolierte Zelda-Version sowie das affenstarke Abenteuer rund um Donkey Kong erschienen sind, ist es nun die Mutter aller Funracer, die hier auf keinen Fall fehlen darf. Gemeint ist selbstverständlich Mario Kart, das in die wohlverdiente achte Runde fährt, um den Fans ein weiteres Mal zu zeigen, dass Spass immer die Quintessenz des Titels darstellt. 

Ohne großes Tamtam bahnt man sich seinen Weg über das sehr übersichtlich und aufgeräumte Spielmenü auf die Rennstrecken von Mario Kart 8. Nintendo bleibt sich und der Serie dabei sehr treu. Kenner der Serie finden die gewohnten Modi wieder die keine Überraschungen parat haben. Da wäre der Einzelspieler-Part, Zeitrennen und die Möglichkeit eine Runde mit selbst eingestellten Regeln zu bestreiten. Der Fokus liegt aber wie immer beim Grand Prix, bei dem eine von insgesamt drei Geschwindigkeitsklassen (50ccm, 100 ccm und 150 ccm) ausgewählt werden muss. Sie bezeichnen auch den Schwierigkeitsgrad, denn während man in der Einsteigerklasse relativ leicht auf das Podium kommt, verlangt gerade die höchste Klasse großes Können um am Ende als Erster auf dem Podest Platz nehmen zu dürfen. Somit geht Nintendo hier auch keine Kompromisse ein und bleibt seiner Linie, ein möglichst breites Publikum anzusprechen, treu. Um es auf den Punkt zu bringen. Jeder der bereits einen Mario Kart Ableger gespielt hat, findet zügig wieder rein. Jeder, der Mario Kart 8 das erste Mal spielt, schafft es binnen weniger Minuten eine ordentliche Figur auf der Strecke abzugeben. Die Steuerung und Fahrweise sind einleuchtend und besonders durch eine steile Lernkurve geprägt. Doch wie erwähnt, verlangt einem die höchste Rennklasse so einiges ab. Wer glaubt, hier mit ein wenig Anfängerglück alle Kontrahenten hinter sich zu lassen, der irrt gewaltig. Doch bevor es überhaupt in ein Rennabenteuer geht, steht noch die Wahl eines Charakters an. Die Riege besteht aus weitestgehend bekannten und beliebten Figuren aus dem großen Nintendo-Universum. Mario und sein Bruder Luigi dürfen hier demnach keinesfalls fehlen, genau wie beliebte Antagonisten à la Wario. Die bloße Anzahl ist recht ordentlich, doch ein wenig abwechslungsreicher hätte die Auswahl durchaus sein können. Gerade die freischaltbaren Fahrer, die als Motivation für das Durchspielen gedacht sind, bleiben einem eher enttäuschend im Gedächtnis. Braucht man beispielsweise wirklich einen Metall-Mario? Uns wären da mit Sicherheit noch so einige beliebte beliebtere Charaktere eingefallen, welche wir gerne im Kart gesehen und gesteuert hätten.
Nachdem man sich der Qual der Wahl erfolgreich gestellt hat für welchen Protagonisten man sich entscheidet gilt es als nächstes das passende Fahrzeug samt Teilen zu finden. Wie es bereits auch in den Vorgängern der Fall war, beschränken sich die Boliden nicht mehr nur auf Karts, sondern es darf aus allerhand Motorrädern, Quads und anderen ungewöhnliche Transportmitteln gewählt werden. Dazu gesellen sich noch verschiedene Bereifungen und Gleitschirme welche unabdingbar zum überqueren diverser Abschnitte auf den Kartbahnen benötigt werden. Je nach Auswahl variieren gewisse Attribute wie Tempo oder Gewicht und Verändern damit letztlich die Fahrweise des Gefährts. Im Laufe des Spiels kann man eine Masse von Teilen freischalten, so dass sich jeder sein ultimatives Renngefährt zusammenbauen kann. Der Grand Prix ist in insgesamt acht Cups aufgeteilt, die jeweils vier zu absolvierende Strecken beinhalten. Schafft man es mit der Gesamtpunktzahl nach den vier Rennen auf das Siegertreppchen, schaltet sich ein neuer Cup frei. Dabei darf sich der Spieler über insgesamt 16 neue Kurse freuen, die sich wieder einmal bestens in das Mario-Kart-Universum einfügen. Im Vergleich zu den älteren Teilen wirken die Strecken zum Teil noch durchdachter, was sich an den vielen Abkürzungen beziehungsweise Abzweigungen zeigt. Viele sind offensichtlich, während andere erst bei genauem Hinsehen entdeckt werden. 16 weitere Strecken stammen aus diversen Vorgängern. Dabei sind Kurse vom N64 genauso enthalten wie vom Nintendo DS oder der Nintendo Wii. Optisch und spielerisch wurden die Welten angepasst, so dass der Unterschied zu den neuen Passagen gar nicht einmal so groß ausfällt.
Ansonsten bleiben spielerisch keine großen Überraschungen. Mario Kart 8 spielt sich wie die Vorgänger rasant, abwechslungsreich und zu fast jeder Sekunde ziemlich fair. Dank Items gehört neben dem Können oftmals natürlich auch eine Prise Glück zum Gewinnen dazu. Doch die einfachen Zutaten sind es, die auch in diesem Teil kaum verändert wurden und die Genrekonkurrenten weiterhin in ihre Schranken verweisen. Man schießt mit Schildkrötenpanzern umher, wirft Feuerbälle und driftet um enge Kurven. Das macht damals wie heute jede Menge Laune. Während es inzwischen fest zum Standardportfolio gehört, dass man über weite Abgründe hinweg gleitet, kommt in diesem Teil noch ein Antischwerkrafts-Feature hinzu. Fährt man über bestimmte Felder hinweg, wird das Fahrzeug in eine Art Schwebemodus versetzt, womit der Fahrer beispielsweise an Wänden entlangfahren kann. Keine weltbewegende Neuheit, doch auch diese Erweiterung sorgt für einen kleinen Mehrwert. Zumindest einige Solisten könnten am Ende ein wenig enttäuscht sein, denn für die Langzeitmotivation der Einzelspieler wurde nur wenig getan. Allerdings ist Mario Kart halt doch eher ein Mehrspielererlebnis, das abermals zu viert an einer Konsole genossen werden kann. Wie in der Vergangenheit gibt es dazu auch einen Schlacht-Modus, in dem jeder gegen jeden oder alternativ im Team gegeneinander antreten kann. Hier hat sich Nintendo jedoch einen deutlichen Fauxpas geleistet, denn den Anhängern werden keine konventionellen Arenen mehr zur Verfügung gestellt. Die Auseinandersetzungen können lediglich auf einigen ausgewählten Strecken ausgetragen werden, wobei sich diese teils als viel zu groß herausstellen. Da bleibt lediglich die Hoffnung, dass hier noch via (kostenlosem) DLC nachgebessert wird, schließlich ist dieser Part für viele Fans essentiell.
Wer Nintendo kennt, weiß dass für diese immer das Gameplay und nicht die Grafik im Vordergrund steht. Das hat erfreulicherweise aber nicht zu bedeuten dass das Spiel nicht gut aussieht. Ganz im Gegenteil. Mario Kart 8 sieht wirklich klasse aus und kann durch knackige Texturen, erstklassige Effekte und butterweiche 60FPS in 1080p überzeugen. Kunterbunt und abgedreht präsentieren sich auch die Strecken, die mal eine Abfahrt im Schnee bereithalten oder traditionell über eine Regenbogenstrecke führen. Wirklich störend ist einzig die Tatsache, dass es quasi überall zu unschöner Treppchenbildung kommt. Gerade in der Weitsicht fällt dies auf. Dafür können Musikuntermalung und Steuerung überzeugen. Wahlweise kann man Mario Kart 8 auch mit Bewegungssteuerung spielen. Ansonsten werden die Möglichkeiten des Controllers nur im kleinen Umfang genutzt. In der Standardvariante zeigt er die Hupe an, die bei Berührung aktiviert wird. Alternativ wird dort die Karte eingeblendet, oder aber man spielt das gesamte Geschehen auf der Peripherie.
Aus der Steinzeit befreit hat sich das japanische Traditionsunternehmen dagegen in ganz anderen Bereichen. So ist es nun möglich mit Hilfe von Mario Kart TV Rückblenden zu bearbeiten und anschließend ins Nintendo-Network hoch zu laden und auf YouTube zu veröffentlichen Dies geschieht in der Auflösung von 1280×720 mit 30 Bildern pro Sekunde da 60 Bilder pro Sekunde ja bekanntlich nicht vom Videostreaming-Dienst unterstützt werden. Ein weiteres Indiz  das man auch endlich im Online-Zeitalter angekommen ist, zeigen darüber hinaus die diversen Mehrspielerfunktionen. Es bleibt einem etwa selbst überlassen, ob man sich alleine oder mit einem Kumpanen an derselben Konsole in das Online-Getümmel stürzt. Dort angekommen können ganz normale Rennen gegen Leute aus der ganzen Welt gefahren werden, wobei die Suche nach Herausforderungen auch auf regionale Mitstreiter begrenzt werden kann. Knackig frisch ist auch die Möglichkeit ganze Turniere selbst zu erstellen, womit sich endlich mal am schon immer dagewesenen Potential zu schaffen gemacht werden kann. Der Fairness halber muss gesagt sein, das wir zum jetzigen Zeitpunkt leider keinerlei Aussage über die Stabilität des Online-Systems Auskunft geben können die Server vor dem offiziellen Erscheinen des Videospiels logischerweise annähernd leer sind. Doch allein die Möglichkeiten, die hier angeboten werden, lassen jedem Fan der Reihe das Wasser im Munde zusammenlaufen. Da bleibt nur zu hoffen, dass Nintendo hier seine ganze Kraft und Unterstützung auch für die Zukunft parat hält. Ein Wehrmutstropfen dürfte allerdings der nicht vorhandene Ingame-Chat darstellen der während der Rennen nicht funktioniert sondern erst in der Lobby. Gerne würden wir unsere Freunde beim Online-Wettkampf fluchen hören wenn wir sie von der Strecke befördern oder kurz vor dem Erreichen der Ziellinie noch überholen.

Mario Kart 8 Nintendo Wii U vs Mario Kart 8 Deluxe Nintendo Switch Vergleichsvideo:


Fazit

Supergeil! Das trifft den Nagel auf den Kopf! Der letzte Mario Kart Ableger der mich so zu begeistern wusste wie Mario Kart 8 war der Gamecube Teil „Double-Dash“. Nintendo bleibt der Serie treu und wagt keine Sperenzien. Wer Innovationen sucht wird bis zum nächsten Ableger beschäftigt sein, ihr werdet nicht fündig. Doch der Titel hat allen bisherig erschienen etwas voraus! Er vereint wohl die besten Elemente der gesammelten Werke zu einem tollen Gesamtpaket. Doch damit nicht genug, denn mit den Online-Funktionen, die längst überfällig waren, beschreitet Nintendo endlich einen Weg, der überaus vielversprechend ist und in Zukunft sicherlich noch so manches spannendes Rennen zu bieten hat.

Mein für mich persönlich größter Wermutstropfen stellt der Ballon-Jagd-Modus dar. Die fehlenden Arenen aus vergangenen Tagen schmerzen wirklich und der neue Modus kann dem alten nicht im entferntesten das Wasser reichen. Doch wer weiß, vielleicht reicht Nintendo den klassischen Battle-Modus via DLC nach. Darüber hinaus ist es schade, dass man während des gesamten Spiels mit einem penetranten Kantenflimmern verärgert wird.

Alles in allem ist Mario Kart 8 eine echte Perle welcher es zwar schafft, die Vorgänger in Sachen Grafik alt aussehen zu lassen, allerdings nicht bei den Spielmodi. Die Grand-Prix Modus und die Remake Strecken aus älteren Teilen der Reihe so wie die Onlinemodi sind eine Wucht. Doch die Ballon-Battles der alten Tage vermisse ich schmerzlich

Plattform Nintendo Switch Genre Fun-Racer
Publisher Nintendo Release 28. April 2017
Entwickler Nintendo SK-Freigabe freigegeben ab 0
sonstiges Online-Multiplayer, Offline-Multiplayer

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