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EU: Abschaffung von Regionssperren?


Ein leidiges Thema der Internetwelt könnte sich dank der EU-Kommission bald erledigen: Regionale Sperren von digitalen Inhalten wie Filmen, Musik und Spielen, die etwa Deutschen den Zugriff auf ein Produkt verwehren, Österreichern, Briten oder Italienern aber nicht. Der für den digitalen Binnenmarkt zuständige Vizepräsident der EU-Kommission, Andrus Ansip, sagt:

    „Schaffen wir all die Zäune und Mauern ab, die uns im Internet den Weg versperren. Die Menschen müssen sich im Netz ebenso frei über Grenzen hinweg bewegen können wie in der Wirklichkeit. Innovative Unternehmen müssen unterstützt werden, damit sie EU-weit wachsen können und nicht in ihren nationalen Märkten gefangen bleiben. Dies wird von Anfang bis Ende ein schwieriges Unterfangen, aber zunächst müssen wir uns ehrgeizige Ziele setzen. Europa sollte die Vorteile des digitalen Zeitalters in vollem Umfang nutzen können: mit besseren Dienstleistungen, mehr Bürgerbeteiligung und neuen Arbeitsplätzen.“

Im Idealfall könnte also – nicht kurz-, aber zumindest mittel- oder langfristig – durch EU-Gesetze die unsägliche Lizenzpolitik vieler Unternehmen wegfallen beziehungsweise moderner ausgerichtet werden. Keine künstlichen Kauf- oder Streaming-Beschränkungen mehr. Etwas, das längst überfällig ist und wahrscheinlich als starker Antriebsfaktor und nicht als Bremse für den Markt fungieren würde. Und zwar egal, in welchem Bereich. Es ist uns sowieso schon länger ein Rätsel, warum die Firmen nicht von selbst ihre restriktiven Geschäftsmodelle lockern, sondern auf überteuerte, verspätete und unattraktive Angebote setzen. Hier ist vor allem die Filmindustrie gemeint.

Ob die Pläne der EU-Kommission aber letztlich zu einem leichteren Import von Spielen wie Sleeping Dogs: Definitive Edition für volljährige Deutsche führen werden, wagen wir mal noch mit gesunder Skepsis zu bezweifeln. Schliesslich halten in vielen Fällen von IP-basierten Steam-Sperren US-Hersteller die Fäden in den Händen, was schon heute hinsichtlich des geltenden deutschen Rechtes unverständlich ist. Ein Hoffnungsschimmer ist das vielversprechende EU-Papier aber allemal.


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