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Dragon Ball Xenoverse


Weltweit warten die Millionen von Dragon Ball Fans immer noch sehnsüchtig auf ein Spiel, das der japanischen Kultserie würdig ist. Die bisherig erschienene Software lieferte bereits viele gute Ansätze aber insgesamt konnte das Gesamtpaket leider noch nicht wirklich überzeugen. Das mag zum einen vielleicht daran liegen, dass die zuständigen  Entwicklerstudios mit jedem Ableger gewechselt wurden, und zum anderen daran, dass es sich immer um eher unbekannte, unerfahrene Entwicklerstudios handelte. Abermals reicht Bandai-Namco den Kelch weiter und nun darf sich das Entwickler-Team der Dimps Studios (Sonic: Lost World) beweisen. Ob diese in der Lage sind, die Serie anständig zu präsentieren bzw. ein Spiel auf der Marke zu entwickeln? Ähnlich wie viele zur Zeit erscheinende Software handelt es sich bei Dragon Ball: Xenoverse um ein sogenanntes „Cross-Gen“ Spiel. Im Klartext bedeutet das, dass es nicht ausschließend für die aktuelle Konsolengeneration (PS4 und Xbox One) erscheint, sondern auch für PS3 und Xbox 360. Dies hat leider oft zur Folge, dass diese Spiele nicht von den zusätzlichen Leistung der neuen Hardware aus dem Hause Sony und Microsoft profitieren. Ob das Spiel auf der Xbox One und der Playstation 4 eine gute Figur macht und ob man es geschafft hat wieder ein gutes Dragonball Spiel zu machen, erfahrt ihr in unserem Test zu Dragon Ball Xenoverse!

Stimmungsvoller kann es kaum zugehen: Aus den Boxen unserer Surround-Anlage ertönt der Song der es sogar in die damaligen deutschen Single-Charts geschafft hat. (Jedoch die deutsche Version) Mit Cha-La Head Cha-La macht sich sofort Gänsehaut breit und die Vorfreude schießt ins unermessliche als wir im Titel-Menü angekommen sind. Doch so rapide wie die Atmosphäre in die Höhe geschossen ist, so schnell neigt sie sich auch wieder dem Boden zu! Nach der Bestätigung der Starttaste macht sich zum ersten mal Ernüchterung breit und wir finden uns in einem für die Reihe typisch gewohnten klobigen und lahmen Menü wieder. Es als entschlackt zu bezeichnen wäre noch geschmeichelt. Es sieht einfach lahm und karg aus! Also nichts wie weg, vielleicht bleibt es ja bei diesem einem „Wermutstropfen“… Also starten wir auch gleich das Spiel um das Menü schnell zu vergessen, wobei wir auswählen dürfen ob wir online in das Spiel gehen oder als Einzelspieler. Wir wählen hier mal den Einzelspieler um die Grundlagen kennenzulernen ohne das uns ein anderer Online-Spieler in die Quere kommt und somit startet auch schon das Spiel. Als Goku erlebt ihr kurz als Einleitung die Kämpfe gegen seine Haupt-Rivalen Freezer, Cell und Buu und befindet euch danach in der Toki-Toki Welt mit dem Zukunfts-Trunks. Dieser leitet mit dem Kaioshin der Zeit und der bärtigen Eule Toki Toki eine Zeit-Patrouille, die darauf acht gibt das im Raum-Zeit-Kontinuum der Dragonball Geschichte nicht herum gepfuscht wird. Doch da nun genau das Gegenteil eingetroffen ist und sich jemand Böses in die Zeitlinie eingemischt hat, wünscht sich Trunks durch die Dragonballs einen starken Kampfgefährten um gegen das böse Übel vorzugehen. Und hier kommt ihr ins Spiel, denn dieser Gefährte seit ihr und somit dürft ihr auch gleich mit der Charaktererstellung beginnen.

Alle Mann mit an Board!

Ihr könnt aus dem Vollen schöpfen und zwischen altbekannten Völkern und Rassen der Dragon Ball Reihe wählen. Da wären: Menschen, Saiyajin, Namekianer, Mitglieder des Freezer-Clan und Majin Dämonen. Ihr dürft es euch aussuchen, ganz nach eurem belieben eine Figur erstellen und das sogar bei den meisten Rassen als männlich oder weiblich. Die Wahl ist schnell getroffen! Selbstverständlich wollen wir ein Saiyajin-Krieger sein. Dazu suchen wir uns aus einer breiten Palette aus Augen, Kinnen, Mündern und Frisuren alles zusammen um auszusehen wie Son-Goku, dem wir durch Level-Aufstiege im laufe des Spiels auch Attribute verbessern und Fähigkeiten beibringen können. Insgesamt muss man sagen, das die Auswahl zwar nicht übermäßig groß ist, aber durch die verschiedenen Rassen und Hautfarben kommen recht unterschiedliche Charaktere heraus. Anschließend entscheiden wir uns auch noch für einen Namen und passende Kleidung welche aber später zu jedem Zeitpunkt angepasst werden kann und dann können wir auch endlich richtig loslegen. Und so beginnt ihr mit eurer ersten Zeit-Patrouille die euch gleich den Beginn, der Z Saga erleben lässt. Fans wissen was passiert! Der Bruder von Son-Goku, Radditz dreht durch, entführt Gokus Sohn und so kommt es zum all entschiedenen Kampf Goku & Piccolo VS. Radditz. Doch gleich zu Beginn erleben wir, dass der Kampf nicht wie gewohnt abläuft und hier kommt nun ihr ins Spiel. Euer Auftrag ist nämlich ohne große Worte nun darauf zu schauen, dass der Kampf so abläuft wie er muss und so beginnt ihr auf Radditz einzuprügeln und schleudert ihm Ki-Explosionen um den Kopf. Nach ein paar Minuten hat man den Dreh des Kampfsystem mehr oder weniger draus und fliegt dem Gegner hinterher, prügelt ihn und lässt Energie-Strahlen und Explosionen auf ihn niedergehen. Auf das Kampfsystem gehen wir später nochmal ausführlich ein.

Wo im Namen der sieben Dragonballs bin ich hier?

Nach dem Kampf findet ihr euch in der Welt von Toki Toki wieder, die ihr nun frei erkunden könnt. Neben anderen Zeit-Patrouillen und Online-Spieler sofern ihr auch online spielt, entdeckt man hier nun, dass die Welt sozusagen der Dreh-und Angelpunkt des Spiels ist. Von hier aus könnt ihr nämlich Online sowie Offline Kämpfe, Haupt-und Nebenmissionen starten, Geschenke verschicken, ein Team erstellen oder an einer anderen Stelle sogar Shenlong herbeirufen, sofern ihr alle Dragonballs euer eigenen nennen könnt. Sogar ein Einkaufsbereich lässt sich finden. Nach den Story-Missionen werdet ihr dann auch noch in die Nebenquests eingeführt, sogenannte Zeit-Patrouillen Quests, die für das Spiel sehr wichtig sind. Diese könnt ihr nun alleine oder online mit anderen Spielern abschließen um Fähigkeiten zu erhalten und im Level aufzusteigen und dann gibt es da noch ein paar Trainer bestehend aus bekannten DBZ Charakteren wie Piccolo, Kuririn und Mr. Satan. Diese bringen euch in ein paar Kämpfen ihre eigenen Fähigkeiten bei und fördern bei den Missionen ein wenig euer Training. Habt ihr alles kennengelernt dürft ihr nun frei Schnauze spielen. So könnt ihr Online Kämpfe machen, Nebenquests abschließen oder ihr spielt in der Story weiter. Storytechnisch könnt ihr hier nämlich die ganze DBZ Saga durchspielen und dürft euch nachher sogar noch über ein paar Bonus-Storys wie die aus dem letzten DBZ Film „Battle of Gods“ oder über die Geschichte von Broly freuen.

Platz da! Ich bin der Boss!

Die Quent-Essenz von Dragon Ball Xenoverse seid ohne wenn und aber ihr bzw. euer eigens erstellter Charakter. Ihr seid zwar in den Online Kämpfen und Nebenquests nicht darauf limitiert nur mit diesem zu kämpfen sondern könnte jeden anderen der freigeschaltetne Charaktere benutzten, doch es geht ja hauptsächlich darum,  dass ihr in der Story mit eurem eigenen Charakter zu recht kommt!, und diesen trainiert. Bei diesem könnt ihr nach jedem Level-Aufstieg die Attribute wie Gesundheit, KI-Energie, Ausdauer, Grundangriffe und Schlag- KI Superangriffe verbessern. Letztere müsst ihr dann auch im Spiel freischalten. Durch abgeschlossene Story-und Nebenmissionen erhaltet ihr nämlich neue Fähigkeiten wie das Kamehameha von Son Goku oder den Final Flash von Vegeta, die ausgerüstet werden können. Zu guter Letzt dürft ihr auch noch eure Kleidung anpassen, welche sich ebenfalls durch einen der Shops einkaufen lässt oder im Spiel freigeschaltet wird. Mit in die Missionen dürft ihr in Xenoverse zudem auch ein paar Gegenstände wie Heiltränke und Energietränke mitnehmen, welche ihr durch das Spielen erhaltet oder auch im Shop des Einkaufbereiches gekauft werden können. Diese Tränke habt ihr leider manchmal bitter nötig. Denn Xenoverse wartet mit einem ziemlich unausgewogenen Schwierigkeitsgrad auf. Manchmal sind die Kämpfe superleicht und ein andermal braucht ihr fast all eure Tränke um heil davon zu kommen.

Auf die Mütze!

Wie bereits angesprochen möchten wir noch näher auf das Kampfsystem von Dragon Ball Xenoverse eingehen, welches sehr einsteigerfreundlich ist. Mit den Aktionstasten schlagt ihr wie gewohnt über leichte und schwere Schläge zu, könnt euren Gegner weg schlagen und ihm in der Luft hinterher jagen um ihn dann mit einem heftigen Schlag in eine andere Richtung zu befördern. Aber auch die Super-und Ultimative Angriffe lassen, sich sofern genügend Energie vorhanden ist, einfach durch ein kleines Menü, dass sich über die Schultertasten öffnen lässt, auswählen. So fliegt ihr immer wieder zum Gegner hin, verpasst ihm ein paar Schläge mit einem anschließendem Kamehameha und fliegt dann wieder mit Nitro zum Gegner hin um ihm keine Zeit zu geben sich zu Sammeln und verprügelt ihn weiter bis er kein Leben mehr hat. Hier kommt es dann auch ein wenig darauf an, welcher Rasse euer Kämpfer angehört. Menschen sind zwar schnell doch stecken sie viel Schaden ein, ein Namekianer hat verlängerte Gliedmassen und bessere Gesundheit wobei ein Majin Dämon sehr Schadensresistent ist. Damit DBZ Fans aber auch nicht zu kurz kommen dürft ihr in den Nebenmissionen wie gesagt auch freigeschaltete Charaktere aus dem DBZ Universum auswählen. Wo ihr dann mit Goku, Vegeta oder Gotenks auch ordentlich mal mit deren bekannten Fähigkeiten auf den Putz hauen könnt. Insgesamt ist die Steuerung aber sehr gut und einfach geworden wäre da nicht die schlechte Kameraführung. Zu schnell verliert man den Überblick über das Kampfgeschehen, schlägt daneben oder verballert sein Kamehameha ins Nichts. Hier wäre also sicher Verbesserungs-Potenzial für das nächste DBZ Spiel vonnöten.

Son-Goku, Vegeta, Freezer & Co.

Dadurch, dass ihr die gesamte Z-Saga bestreitet stoßt ihr immer wieder auf bekannte Gesichter des DBZ Universums und müsst entweder gegen oder mit ihnen kämpfen. Dabei können sich die Charaktermodelle wirklich sehen lassen und grafisch überzeugen. Leider schwächeln diese aber bei den Animationen. Diese wirken sehr hölzern und sind wahrlich nicht schön anzusehen. So sieht es manchmal recht komisch aus wenn sich einer der Figuren bewegt oder redet. Leider muss man auch zugeben, dass das Umgebungsdesign der verschiedenen Karten der aktuellen Konsolengeneration nicht würdig ist. Hier hätte man mehr Wert auf Details legen müssen. Die technischen Möglichkeiten hätte man definitiv gehabt. Gleiches gilt auch die Stadt Toki-Toki, diese wirkt obwohl viele Leute unterwegs sind sehr leblos und karg. Aber auch die Schlachtfelder im Spiel geizen an Details und Häuser, Berge und Fahrzeuge gehen leider auch nur noch kurzzeitig kaputt. Das Menü ist wie schon erwähnt nicht das gelbe vom Ei und kommt daher sehr langweilig und klobig rüber. Was sich aber im Spiel wirklich sehen lassen kann sind die verschiedenen Super-und Ultimativen Angriffe. Die sind sehr aufwendig und wuchtig animiert und sehen zum Teil sogar noch besser aus als in der Anime-Vorlage. Neben der tollen Titelmusik kann aber die Hintergrundmusik des Spiel leider gar nicht überzeugen. Sounds die sich oft wiederholen und mit der Zeit einfach nur noch nervig sind sind Stimmungskiller. Dafür ist aber die Synchro wieder wie gewohnt sehr gut. Hier könnt ihr euch zwischen den englischen Sprechern oder der originalen japanischen Synchro entscheiden. Wie bereits geahnt leider wieder keine deutsche Synchro.  Empfehlen würden wir euch mit der japanische Synchro zu spielen, da diese wirklich die bessere ist!

Gib alles und gehe gestärkt aus deinen Niederlagen hervor.

Spielerisch bietet euch Dragon Ball Xenoverse aber viel Abwechslung. So könnt ihr euch in der Story vergnügen oder einfach alleine oder online mit anderen Spielern ein paar Nebenquest abschließen um neue Fähigkeiten freizuschalten und im Level aufzusteigen. Doch hier kommt dann auch wieder der unausgewogene Schwierigkeitsgrad ins Spiel. Gewisse Nebenmissionen sind sehr einfach wobei ihr andere nicht alleine schaffen könnt und euch online ein paar Mitstreiter suchen müsst. Aber auch in der Story kommt man schnell an eine Stelle wo man einfach nicht weiterkommt. Hier könnte man nun zwar auch sagen, dass der Schwierigkeitsgrad zu hoch ist aber die wahrscheinlichere Möglichkeit ist, dass ihr einfach zu schwach seid. Also ab zu den Nebenmissionen und diese solang wiederholen bis man ein paar Level mehr auf dem Buckel hat und den Gegner schaffen kann. Doch es gibt ja auch noch Online-Kämpfe mit verschiedenen Modi. Hier kämpft ihr euch aber erst durch unnötige Menüs bis ihr das habt war ihr wollt. Online-Kämpfe machen aber nicht gerade viel Spaß weil man meistens dann auch einen überstarken Gegner bekommt, der einem in ein paar Sekunden KO schlägt. Wenn man also wirklich online ein wenig Spielen will müsste man den maximalen Level haben damit die Kämpfe auch Fair sind. Hier kommt uns dann auch gleich noch ein letzter großer Negativ-Punkt in den Sinn welcher die starke Serverüberlastung ist. Zum Verkaufsstart hin kam man leider überhaupt nicht in eine Online-Lobby und konnte somit die Vorteile des online Spielens nicht nutzen. Mittlerweile hat sich die Lage zwar etwas entspannt und die Serverüberlastung mit Patches verbessert doch wirklich reibungslos läuft es leider immer noch nicht. So kommt es immer noch oft vor, dass man aus dem Spiel fliegt weil die Server nicht richtig funktionieren. Hier bleibt die Frage im Raum stehen ob Bandai-Namco nicht mit solch hohen Verkaufszahlen gerechnet hat, da man sich an den Verkaufszahlen der Vorgänger orientiert hat und dort kleine Server ausreichend waren. Doch die hohen Verkaufszahlen und die Tatsache, dass viele Spieler sich Xenoverse geholt haben weil es das erste Dragonball Spiel für die aktuellen Konsolen ist, haben dann zu einer starken Serverüberlastung geführt. Sobald man Dragon Ball Xenoverse mit all seinen Features auskosten kann, ist es ein gelungener Titel mit Potential bei dem es viel Zeit zu investieren gibt.

Unser Fazit

Dragon Ball Xenoverse ist wieder eines dieser Spiele wo es schwer fällt den Nagel auf den Kopf zu treffen und eine klare Kaufempfehlung auszusprechen. Für Fans der Dragon Ball Serie ist Xenoverse ein gutes, solides Stück Software geworden, was noch wesentlich besser hätte werden können. Das Kampfsystem ist gut geworden und die Tatsache, das erste Dragonball Spiel zu spielen, dass eine ganz eigene Story mit vielen Zwischensequenz hat, die mit einem eigenem Charakter gespielt werden muss ist zwar sehr gut. doch das Gesamtpaket ist für ein Spiel auf der Xbox One und der Playstation 4 einfach nicht gut genug um ein Hit zu sein. Das ärgerlichste daran ist, dass diese besagten Mängel vermeidbar gewesen wären. Die Mischung, einem Beat ‚em up ein paar leichten Rollenspiel-Elementen hinzuzufügen ist zwar sehr riskant doch dies passt sehr gut zu Dragonball. Schlussendlich kann man sagen, dass Dragon Ball Xenoverse die Hoffnung in naher Zukunft ein gutes Dragon Ball Spiel serviert zu bekommen neu aufkeimen lässt. Wenn es der (hoffentlich) gleiche Entwickler schafft,  die bereits guten Ansätze zu verbessern und noch näher auf die Fans der Serie einzugehen, stehen die Chancen auf ein sehr gutes Dragon Ball Xenoverse 2 oder Dragon Ball Z Spiel unter einem sehr guten Stern!

 

https://www.youtube.com/watch?v=Wuc2R4AMxqs
Plattform Xbox 360 , Xbox One, PlayStation 4, PlayStation 3 Genre Beat ’em up
Publisher  Bandai Namco Games Release 27. Februar 2015
Entwickler Dimps Studios USK-Freigabe freigegeben ab 12

 


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