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Doom


13. Mai 2016 – Endlich war es soweit! Rund acht Jahre nach der offiziellen Bekanntgabe, veröffentlichte Bethesda Softworks den jüngsten Ableger des Retro-Klassikers Doom (1993) in der Form eines Remakes.

Doom galt nicht zuletzt wegen des kommerziellen Erfolges und der revolutionären 3D-Grafik, sondern auch wegen der rasanten Spielmechanik, dem „hirnlosen“ Geballer und vor allem dem Spaßfaktor als Meilenstein im Bereich der Computerspiele. In dem folgenden Test werden wir das 2016er Modell von Doom genauer unter die Lupe nehmen und euch sagen, ob sich der Kauf lohnt, denn bereits im Februar lies uns Lead Project Programmer Billy Khan wissen, das man mit Doom das am besten aussehende Spiel mit 60 fps bei 1080p auf die aktuelle Konsolengeneration bringen möchte.

So, beginnen wir, doch keine Angst, wir überprufen das Spiel auf Herz und Nieren. somit gegehn wir nicht nur auf die Handlung, die Spielmechanik und die Grafik/Technik ein, sondern auch auf den Multiplayer und dem innovativen SnapMap-Editor.

Augen auf – ich komme!

„Sie sind wild, brutal, unerbittlich, ohne Gnade. Aber du. Du wirst schlimmer sein. Reiße und zerfetze, bis es vollbracht ist.“ Der Bildschirm ist dunkel. Ein rotes, mysteriöses Zeichen wird gezeichnet, gefolgt von finsteren Worten. Man erwacht scheinbar aus einer Art Koma. Auf einem Betontisch an Ketten gefesselt erblickt der Spieler das Licht der Welt.

Es dauert keine Sekunde, bis der erste Dämon sich nach deinem Leben sehnt. Mit jedem seiner Schritte steigt der Blutdruck, bis der „Doomguy“ die Metallketten durchbricht und dem Dämon ein brutales Ende bereitet. Man steht auf, springt von dem Tisch auf die linke Seite, wo eine futuristische Plasma-Pistole nur so auf ihren Einsatz wartet. Es geht hektisch weiter! Immer noch unter Strom müsst ihr euch gegen eine Vielzahl von Dämonen stellen und beweisen.

Kleiner Tipp:

Mit ein paar gezielten Schüssen können mitunter ein paar sehr brutale Splatter-Effekte zustande kommen. Ach ja, genau so lieben wir unser Doom!

Alte Geschichte neu erzählt Die Geschichte von Doom ist schnell erzählt und das darf es auch. Ihr seid auf dem Planeten Mars auf der Union Aerospace Corporation und euer Forschungsteam

nahm sich die Zeit eine Teleporter-Technologie zu entwickeln. Zufällig entdeckt das Team eine andere Dimension, die von Dämonen überlaufen ist. Wie die Menschen so sind, experimentieren sie so viel an der Dämonen-Dimension, dass die ganze Teleporter-Geschichte völlig aus dem Ruder läuft. Es dauerte nicht lange und Portale öffneten sich und die Dämonen spazierten auf der Station herum.

Eigentlich eine recht merkwürdige Geschichte, aber man muss sagen, dass sie eine Menge Spaß beschert!

Eure Aufgabe ist es nun, wer hätte gedacht, die Dämonen wieder in die Hölle zu bugsieren. Wie ihr also sehen könnt, unterscheidet sich die Handlung kaum von den Vorgänger-Modellen, was aber überhaupt nicht schlimm ist! Doom hat noch nie von einer überragenden Story gelebt sondern von: Horror, versteckten Sammelobjekten, Brutalität und vor allem BLUT!

Vielmehr standen schon immer Spielmechanik, rasantes Gameplay und der „Grusel-Faktor“ an erster Stelle. Dank sei dem Glory Kill Kommen wir nun zu der Spielmechanik und dem allgemeinen Spielprinzip von Doom.

Doom auf den Konsolen

Sowohl auf der PlayStation 4 als auch der Xbox One läuft das Spiel in 1080p und schnellen 60 FPS. Für ein flüssiges Gameplay ist somit schonmal ausreichend gesorgt. Die einzelnen Level und auch Gegnerklassen von Doom sind detailreich und sauber modelliert. Tolle Licht und Partikeleffekte runden das Gesamtbild gelungen ab. Lediglich in der PlayStation 4 Version fiel uns das allseits verhasste „Screen-Tearing“ gelegentlich auf, was den Gesamteindruck ein wenig trübt. Insgesamt bleibt zu sagen, dass die id Tech 6 Engine einen sehr guten Job macht!

Gameplay = Grafik?

Fakt ist, ihr seid auf dem Planeten Mars auf der Raumstation UAC und müsst die Dämonen zurückdrängen. Doch wie handhabt ihr das? Was gibt es alles was ihr gegen die Spezies einsetzten könnt und vor allem was macht idSoftware neu?

Erst einmal stürzt ihr euch, wie bereits erwähnt, mit einer Plasma-Pistole in den Kampf. Wenn ihr Schaden erleidet, füllt sich die Lebensenergie nicht von allein, sondern ihr müsst sie durch Heilungen, die überall auf der Welt verteilt liegen, oder durch Nahkampfattacken wieder auffüllen.

Auch die Munition und Power-Ups (für Panzerung) stockt ihr durch diverse Vorräte auf.

Im Verlauf der Geschichte schaltet ihr diverse andere, teilweise „krasse“, aber auch notwendige Waffen frei, denn die Dämonen werden nicht nur größer und gefährlicher, sondern auch robuster und stärker. Ihr könnt die eingesammelten Waffen, die nebenbei auch über einen sekundären Schussmodus verfügen, stets wechseln, also alle gleichzeitig tragen.

Je nach dem wie gut ihr mit den Waffen umgeht zerfetzt ein Dämon hin und wieder mal in Einzelteile. Apropos Einzelteile: Zum ersten Mal in der Doom-Geschichte wird ein neues „Hinrichtungssystem“ eingeführt, den sogenannten „Glory Kill“.

Fügt ihr Gegnern so viel Schaden zu, dass sie kurz vor dem Untergang stehen, leuchten sie orange auf und ihr könnt sie im Nahkampf mit viel Freude und brutalen Splatter-Effekten niederstrecken. Die Glory Kills machen so viel Spaß, dass wir zeitweise nur so auf den orange ummantelten Dämon warteten, um ihn dann gewaltsam in die Hölle zu befördern. Nun ja, lassen wir es an dieser Stelle mal gut sein.

Neben allen Waffen, Munitionskisten und Power-Ups gibt es jetzt auch das „Runen-System“. Hierbei könnt ihr während des Spiels bestimmte Herausforderungen meistern, um euch bis zu drei Runen zu verdienen. Diese könnt ihr im Anschluss für zusätzliche, permanente Lebensenergie, Panzerung und Munition einlösen.

Multiplayer

Neben der herausfordernden Singleplayer-Kampagne verfügt Doom auch über einen umfassenden Multiplayer-Modus.

In den für Doom-typischen, rasanten Arenakämpfen muss man sein Geschick gegen andere FPS-Sypathisanten wahlweise in sechs verschiedenen Modi 6 vs 6 unter Beweis stellen! Neben den klassischen Modi „Domination“, „Team Deathmatch“ und „Clan Arena“, sind dieses mal noch drei weitere in mit von der Partie.

„Soul Harvest“ spielt sich wie „Team Deathmatch“ nur kann man nach dem Töten des Gegners dessen Seele einsammeln, um mehr Punkte zu bekommen. (Bekannt aus der Call of Duty – Reihe) In „Freeze Tag“ ist es die Hauptaufgabe der Kontrahenten das gegnerische Team durch Beschuss einzufrieren. Mitspieler können eingefrorene Spieler wieder befreien. Das Spiel endet dementsprechend wenn alle Spieler eines Teams eingefroren sind. Wir müssen sagen, dass dieser Modus wirklich sehr amüsant ist!

Durch das schnelle Gameplay, den verschachtelten Maps und den Überraschungsmomenten können verloren geglaubte Matches schnell wieder ausgeglichen werden. Der Moment, wenn man sein Team quasi im Alleingang befreit: Unbeschreiblich!

Der letzte Spielmodi „Kriegspfad“ ist eine geänderte Variante von dem altbekannten „King of the Hill“. Zusätzlich zu diesem Spielprinzip wandert die Spielzone mit, sodass man ständig unterwegs ist.

Adrenalin-Attacken garantiert! Mit gewonnen Punkten, etwa durch Abschüsse oder erledigen von Aufgaben im Spielmodi, könnt ihr im Levelsystem hochsteigen. Neue Levels bringen Charakteranpassungen (neue Rüstungen, Skins, Farben, etc.) und natürlich neue Waffen.

Ihr könnt, nach den ersten Level, eure Waffenklasse selber bestimmen. Mitnehmen könnt ihr zwei Primärwaffen eurer Wahl, einzigartige Power-Ups und neu auch den Dämon wählen in den ihr euch während des Matches verwandeln wollt. An dieser Stelle sei genug über den Multiplayer gesagt! Man muss ihn einfach selbst gespielt haben.

SnapMap, Snap, WAS?!

Als weiteres Feature hat idSoftware den SnapMap-Editor eingefügt.

Dieser lässt den Spieler eigene Multiplayer Karten entwerfen und online zur Schau stellen oder aber selbst zocken.

Man wählt aus einer gegebenen Zahl von vordefinierten Karten eine aus und kann das Interieur, das Verhalten von bestimmten Gegenständen, sowie die Dämonen nach belieben platzieren. So kann man etwa jeden hinzugefügten Gegenstand miteinander logisch (oder auch nicht)verknüpften. Beispielsweise kann man eine Box platzieren die bei Beschuss explodiert und damit eine Horde von Dämonen weckt. Der Fantasie ist hier, außer der vorgegebenen Maps, keine Grenzen gesetzt. Das einzige Manko sind eben diese vorgegebenen Welten in denen man sich bewegt und nicht erweitern kann.

Modellierfans vermissen hier sicherlich das Erstellen von eigenen Karten. Für kleine Spielereien und um den Kampf gegen die Langeweile ist der SnapMap Editor mit Sicherheit einen Blick wert!

Fazit

idSoftware bleibt seiner Spielmechanik treu und liefert ein hochwertiges, überzeugendes Produkt Es macht einfach Spaß! Nichts trübt den Spielfluss, sowohl im Multiplayer als auch im Singleplayer. Vor allem die vielversprechenden, teilweise brutalen „Glory Kills“ runden das Gesamtpaket hervorragend ab! Den SnapMap Editor möchten wir an dieser Stelle auch nochmal, aufgrund der innovativen Bedienung und Vielfältigkeit, positiv hervorzuheben.

Hatte die id Tech5 Engine welche unter der Federführung der Programmiererlegende John Carmack entstand und welche unter anderem in Rage zum Einsatz kam mit diverse Schwächen, wie massive Popups und Framerate-Einbrüchen zu kämpfen, macht IdSoftware nun alles richtig! Für die Weiterentwicklung des Grafikgerüsts, die nun auf den Namen id Tech 6 hört, holte man sich Billy Khan, der in der Vergangenheit noch bei Crytek seine Brötchen verdient hat an Board. Er und sein Team haben es geschafft die Engine zu dem zu machen, was sie ist. Eine technische Meisterleistung! Überragende Grafik, schöne, knackige Texturen, atemberaubendes Lightning und Partikeleffekte und detailreiche Modelle bescheren dem Spiel eine schaurig schöne Atmosphäre! Wie bereits erwähnt in 1080p und stets butterweichen und vor allem rasanten 60 FPS. Auch wenn die Spielpassagen teilweise repetitiv wirken und der gefeierte „Grusel-Faktor“ aus den Vorgänger-Modellen ein wenig auf der Strecke bleibt, ist Doom ein höllisch guter Shooter, werlcher durch seinen enormen Umfang und alleine wegen des Spaßes den er mitbringt, jeden Cent wert ist!

Kurzum: Höllisch, brutal, gut aussehend und verdammt schnell!

Nachfolgend der Launch-Trailer:

 


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