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Batman: Arkham Knight


Die Schurken haben sich mit Scarecrow verbündet um sich deren Dorn im Auge, Batman, zu entledigen. Tatkräftige Unterstützung erhalten diese vom unbekannten Arkham Knight und dessen Miliz, sowie Dronenarmee. Ob Scarecrow sein und vor allem der Plan der Spielentwickler Rocksteady aufgeht sehen wir hier im Test.

 

Harte Job-Anforderungen

Seien wir mal ehrlich. Batman sein Arbeitsplatz ist mehr als anstrengend und in keinster Weise zu beneiden. Nachtschichten und in fast jeder dem Tod von der Schippe springen. Zusätzlich will eine Vielzahl an Erzfeinden ihm am liebsten die Haut samt Batsuit vom Leib reißen. Natürlich sind wir froh nicht an Batmans Stelle treten zu müssen, aber dennoch stürzen wir uns voller Freude in die Haut des Dunklen Ritters, den Rocksteady ist mit Batman: Arkham Knight wieder und zu letzten Mal am Steuer. Die Entwickler zeigen wie man dem Abschluss der man Arkham-Trilogie mit Liebe und Hingabe zu einem würdigem Ende führt.

Nach Arkham Asylum und Arkham City ist den Superschurken von Gotham City des „Batman“ überdrüssig, so schließen sie sich unter der Führung von Scarescrow zusammen. Dieser startet mit einem Vorgeschmack seines verbesserten Angstgases in einem Diner und droht der Stadt dies flächendeckend einzusetzen. Diese wird aus Vorsichtsmaßnahme darauf hin gleich evakuiert und Gotham’s Commissioner James Gordon bleibt mit ein paar Polizisten in der Stadt und ruft Batman zu Hilfe.

Hinweis:

In Batman: Arkham Knight werden viele Bezüge zu den Vorgängern, also Arkham Asylum, Arkham City und sogar Arkham Origins vorkommen. Um die Geschichte und diese Bezüge besser und im gesamten zu verstehen/nach zu vollziehen empfehlen wir: Wer die alten Spiele noch nicht abgeschlossen und/oder nicht gespielt hat, sollte dies nachholen.

 

Die Storyline: Zu gut um darüber zu schreiben

Die Geschichte hier zu bearbeiten und darzulegen bietet eine so große Spoiler-Gefahr in sich, dass wir hier lieber auf Details verzichten wollen. So viel sei aber gesagt das Batman mit mehr zu kämpfen hat als mit den Gegnern um sich herum. Sein größter Kampf passiert auf einer anderen Ebene.

Was genau sich hinter unseren Worten verbirgt, müsst ihr selbst erleben. Zu gut ist die Geschichte die Batman durchlebt. Rocksteady liefert erneut ein Meisterwerk und genau deswegen wollen wir nicht mehr dazu sagen als: Der Umgang mit den Charakteren und deren Erlebnissen zeigt warum Entwickler Rocksteady nicht so leicht auszutauschen ist, das haben wir Arkham-Fans ja leider in Arkham Origins miterleben dürfen. Die Geschichte bietet alles was man als Batman Fan sich vorstellen und nicht vorstellen kann. So viel sei gesagt: Der Spannungsboden reißt bis zum Ende nicht ab. Ständig will man wissen wie es weiter geht, selbst bei den Nebenmissionen will man jeden Ausgang jener Nebentätigkeit erleben.

Soweit das Auge reicht. Hier überfliegt Batman einen Teil der drei Insel in Gotham City.

Gotham City: Die Stadt voller Fan-Service

Gotham City ist zwar evakuiert oder besser gesagt die 3 Hauptinseln von Gotham, aber was man auf den riesigen Inseln zu erleben bekommt ist einfach optisch und spielerisch eine Wucht. Durch die Stadt heizende Fahrzeuge bremsen wenn sie Batman sehen und versuchen ihn anzugreifen oder gar versuchen ihn zu überfahren. Über die Stadt gleiten, durch die Straßen zu laufen oder mit dem Batmobil durch diese zu brettern…. es macht einfach Spaß. Die Stadt wirkt so als wäre sie direkt aus dem Comicbuch heraus mit Leben angehaucht worden. Fans des DC-Universums werden zu dem die Insidergags nicht übersehen können die Rocksteady mal wieder perfekt in Szene gebracht hat. Zudem bietet der Riddler auch wieder einiges auf um zu versuchen Batman die Stirn zu bieten. Mit seinen Rätseln holt er diesmal mehr denn je raus. Sie sind kniffliger als in den Vorgängerteilen und verlangen das ein oder andere Quäntchen Hirnschmalz.

Zu dem benötigt man bei vielen Rätseln die Unterstützung des:

 

Batmobil – Des einen Freud, des anderen Leid

Batman greift zum ersten Mal aktiv ins Lenkrad und steuert sein neustes vierrädriges Stück Technik mit mehr Kraft und Durchschlagskraft als jemals zu vor. Das Batmobil kann per Knopfdruck nämlich in einen Panzer mit erheblicher Feuerkraft transformiert werden. Mit 60-mm-Kanone auf dem Dach, zielsuchenden Raketen und Gummigeschossen geht Batman ins Gefecht. Im Kampf gegen die Rätsel helfen auch die stromführende Seilwinde und der Schleudersitz des Batmobils. Das macht Laune, also die Rätsel lösen mit Batman und seinem stählernem „Ross“, sowie die Gefechte mit den ferngesteuerten Dronen-Panzern.

Aber sobald man im Batmobil Gas gibt und versucht die ersten Kurven zu nehmen brechen die Gemüter in zwei Hälften. Das liegt unter anderem daran, dass die Steuerung des Batmobils etwas mehr als gewöhnungsbedürftig ist. Ursache ist zum einem die Art zu bremsen. Will man bremsen drückt jeder Spieler mittlerweile aus Gewohnheit auf die linke Schultertaste, wer bei Batman: Arkham Knight das mitten in einer Verfolgungsjagd macht verwandelt seinen gepanzerten Rennschlitten plötzlich in einen Panzer und verliert die Jagd oder baut einen Unfall. Wer bremst kann das Batmobil nicht vollständig abbremsen mit der Bremstaste, es sei dend er transformiert kurz zum Panzer.

Das Kurvenverhalten ist gelinde gesagt schwammig, das fällt besonders in Momenten auf in denen man auf genaues Fahren angewiesen ist. Bei einer Verfolgungsjagd landen wir trotz langer Eingewöhnungsphase hin und wieder in den Hauswänden, stellten uns quer oder rammten unbeteiligte Fahrzeuge am Straßenrand. Insgesamt ist die Steuerung mehr als gewöhnungsbedürftig. Aber wenn man ein wenig Arbeit in die Steuerung investiert kommt man immer besser damit zurecht. Gewöhnungssache wie wir am Ende feststellten, einfach Gewöhnungssache, aber eine die viel Geduld fordert für jene die nicht viel Rennspielerfahrung haben.

Ihm sollte man nicht im Wege stehen

Neben dem Talent des Storytelling hat Rocksteady noch ein Ass im Ärmel: Das Freeflow-Kampfsystem von der Arkham-Reihe. Auch hier gilt wieder, wer einfach nur ziellos Buttons smashed, der sieht schnell die tollen Dialoge von Batmans Erzfeinden bei seinem Ableben. Das Zuschlagen, Kontern oder Ausweichen klappt wie aus einem Guss, wir meinen sogar besser als jemals zuvor, ebenso lassen sich die Vielzahl der Gadgets nun im Kampf hervorragend im Schnellzugriff anwenden, am Boden und nun sogar in der Luft während des Gleitfluges.

Wieder erhalten wir für unsere erledigten Kämpfe und Aufgaben Erfahrungspunkte die wir in die Verbesserung unserer Ausrüstung und Batmobils stecken. Diese Verbesserungen sind auch notwendig, denn das Spiel wartet je weiter der Verlauf ist mit immer mehr Herausforderungen auf uns und diese verlangen des Öfteren den schnellen Einsatz von Elektroschicker, Batarangs, Grappling-Hook und vielem mehr.

Im Kampf setzt Batman alles ein was er hat. Hand & Fuß, Gadgets und das Batmobil. Wer sich ihm in Weg stellt ist selber schuld.

Neu im Freeflow-Kampf ist das in manchen Szenen Batman tatkräftige Unterstützung von Catwoman, Nightwing oder Robin bekommt. Per Drücken einer Taste wechselt man den Charakter und kann den Kampf als Robin, Nightwing oder Catwoman fortführen. Dies ermöglicht neben einem anderen Kampfstil das Weiterführen der Kombos oder sehenswerten Teamtakedowns. Aber diese Auftritte der drei Sidekicks bleiben nur in diesen Kampfsequenzen und die Möglichkeit diese zu steuern. Ebenso neu ist der „Angst-Multi-Takedown“. Hat Batman einen Gegner leise und unauffällig zu Boden geschickt, erhält er die Möglichkeit die erzeugte Angst auszunutzen. Für uns Spieler heißt das, in kurzer Reihenfolge mehrere Gegner sofort auszuschalten.

Im Jäger-Modus hat Batman neben vollbewaffneten Gegnern auch nun mit mehr Herausforderungen zu tun. So gibt es nun Einheiten die Batmans „Detektiv-Modus“ registrieren und orten können, Einheiten die unsichtbar für Batman sind, wenn er den Detektiv-Modus verwendet, Einheiten die andere KO-geschlagene Gegner wieder aufwecken können und noch andere Überraschungen erwarten den dunklen Ritter. Aber auch Batman hat wieder in seiner Trickkiste ein paar coole Gadgets geholt. So kann er mit einem Stimmensyntesizer die Stimmen nachahmen wie vom Arkham Knight selbst und Gegner so in vorbereitete Fallen laufen lassen.

Der Arkham Knight. Er kennt die Stärken und Schwächen von Batman wie kein anderer Gegner.
Comicfans kommen schnell auf die Identität des großen Unbekannten.

 

Wer alles sehen will, muss alles machen

Spieler, die sich nur auf die Hauptstory konzentrieren legen wir nahe auch auf die 14 Nebenmissionen zu achten und diese auch zu bewältigen, denn das vollständige Ende kriegt man nur zu Gesicht wenn Batman Gotham City zur Ruhe verholfen hat und diese Missionen warten mit zahlreichen Aufgaben auf. Alleine die 243 vom Riddler verteilten Rätsel rauben doch das ein oder andere Quäntchen an Kraft, da diese über die 3 riesigen Inseln verteilt sind. Zum Glück sind wieder zahlreiche Gehilfen vom Riddler unterwegs die im Verhör mit Batman schnell die eine oder andere Information ausspucken. Aber auch kürzere Missionen rein und gleichen dann die Mammut-Aufgabe von Riddler wieder auf, zum Beispiel das Suchen und Zerstören der  Waffendepots des Pinguins mit der Hilfe von Nightwing.


Fazit

Be the Batman. Mit dem Slogan hat Rocksteady diesmal mehr denn je Recht. In die Haut des Batmans schlüpfen und mit ihm das Abenteuer Batman: Arkham Knight erleben mit allen Höhen und Tiefen, mit den „AHHH!!“- und „WTF“-, „Oh Nein“- sowie „Oh JAA!“-Momenten. Rocksteady hat es geschafft mich ca. 30-35 Stunden am Stück mitfiebern zu lassen. Ich hatte schon Angst vor einem zu schnell aufkommendem Ende des Spiels, das ich bereitwillig die Nebenmissionen abarbeite. Dennoch wollte ich so schnell wie möglich wissen wie es weiter geht. Spannung und Unterhaltung in Höchstform! Wer was zu kritisieren sucht findet es am Batmobil: Das Batmobil ist am Anfang ein kleiner nervender Holzsplitter, aber hat man sich an die Steuerung gewöhnt, ist der Splitter schnell gezogen.

Ja, Batman: Arkham Knight hat mich fantastisch gut unterhalten und mehr als einmal überrascht, erschrocken und fast schon zu Tränen gerührt. Diese Art von Spiel ist für mich ein Vorzeigewerk für den gehobenen und vor allem aktivem Unterhaltungswert von Videospielen und warum ich ein gutes Videospiel einem Film abends vorziehe. Echte Batman-Fans werden an diesem Titel, sowie dessen Vorgängern, nicht vorbei kommen, aber auch wer kein Fan ist wird gut unterhalten. Rocksteady schließt mit Batman: Arkham Knight die Trilogie ab und widmet sich neuen Projekten und hinterlässt dadurch eine große Lücke, die es erst mal zu fühlen gilt.

Ich persönlich danke dem Team Rocksteady für seine Liebe zu Batman und die Arbeit die sie in die Serie gesteckt haben und bin mehr als gespannt was uns erwartet.

Plattform Xbox One, PlayStation4, PC Genre Action-Abenteuer
Publisher Warner Bros. Release 23. Juni 2015
Entwickler Rocksteady Studios USK-Freigabe freigegeben ab 16
sonstiges
  • New Game+
  • Renn-, Kampf- und Jägerherausforderungen
  • kann im englischem O-Ton gespielt werden
  • kein Multiplayer

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