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Assassin’s Creed Syndicate


Ähnlich wie beim letzten Streich aus dem Hause Rockstar Games, könnt ihr im neuesten Ableger der Assassin’s Creed Reihe zwischen mehreren Hauptrollen wechseln und übernehmt die Kontrolle über die Zwillings-Assassinen Evie und Jacob Frye, ihr Ziel ist es London im Jahre 1868 aus den Fängen der Tempelritter zu befreien. Als Anführer einer Strassengang getarnt, sind die mordlustigen Geschwister auf der Jagd nach dem Kopf der Tempelritter. Natürlich meucheln sie dabei auch jeden Anderen, der sich ihnen in den Weg stellt, gnadenlos ab. Somit hätten wir den Handlungsstrang eigentlich abgedeckt, vielleicht ist es zur Abwechslung aber mal ganz okay eine einfach gestrickte Story spendiert zu bekommen, anstelle der doch haarsträubend erzählten Geschichten der letzten Teile.

Dem Zwillingspaar Evie und Jacob Frye ist aber eigentlich recht egal was gerade um sie herum passiert. Sie weichen nie von ihrer zugewiesenen Rolle ab. Sie, eine berechnende und stets professionelle Assassine. Er, ein aufmüpfiger Schlaumeier. Durch ihre widersprechende Persönlichkeit entstehen immer wieder sehr voraussehbare Konfrontationen, die schnell repetitiv und langweilig werden.

Glücklicherweise zwingt uns das Spiel keine Geschlechterrolle auf. Während dem bummeln und morden durch das viktorianische London kann per Knopfdruck auf das andere Geschwisterteil gewechselt werden. Beide Charaktere haben natürlich massgeschneiderte Missionen, aber beim Grossteil des Spiels seid ihr frei in der Wahl eures Alter Egos. Wichtige Ressourcen wie Geld oder Erfahrungspunkte werden dabei, ganz wie es sich gehört, von den Zwillingen geteilt. Dasselbe gilt für Items: Einmal aufgenommen können beide darüber verfügen. In der Spielwelt selbst, sind beide für alle Herausforderungen geeignet. Evie hat bei Schleichpartien einen kleinen Vorteil und Jacob ist eher ein Mann fürs Gröbere aber auch hier seid ihr nicht gezwungen euch auf ein Geschlecht festzulegen.

Das Kronjuwel ist der Schauplatz, noch nie hat sich die Serie so nah an die Gegenwart gewagt. Wir befinden uns im Zentrum von London, wir schreiben das Jahr 1886. Die erste Metropole der Weltgeschichte ist eine belebte Stadt. Die Kirchen von Rom und Paris machen Platz für riesige Fabriken und rauschende Bahnhofshallen. Die Bühne fühlt sich befremdlich an für Kenner der Reihe. London wirkt zuerst grau und unfreundlich. Nach einer Zeit ist ein Charme zu entdecken, welcher in den anderen Spielen fehlte. Tausende von Kamine säumen die Strassen und schleudern dunklen Russ in den Himmel. Nebel taucht die Gassen in stimmungsvolles Licht und wenn die Gaslampen angehen, hat mich die Atmosphäre voll und ganz ergriffen und ich fühle mich in der Zeit versetzt.

Auch wenn das jetzt ein wenig trostlos rüberkommt, Assassin’s Creed Syndicate kann auch über sich selbst lachen. Nicht zuletzt widerspiegeln das die zahlreichen gelungenen Missionen. So muss man für Charles Darwin höchstpersönlich halluzinogene Orchideen sammeln oder sich als Sherlock Holmes tarnen um einen Okkultisten-Ring auffliegen zu lassen. Leider sind die Sprünge zurück in die Gegenwart einmal mehr Bestandteil der Narration. Ubisoft täte gut daran, diesen Strang der Erzählung endlich sterben zu lassen. Der Plot ist zu aufgebläht und das Verständnis tendiert gegen Null.

Das Kronjuwel ist der Schauplatz, noch nie hat sich die Serie so nah an die Gegenwart gewagt. Wir befinden uns im Zentrum von London, wir schreiben das Jahr 1886. Die erste Metropole der Weltgeschichte ist eine belebte Stadt. Die Kirchen von Rom und Paris machen Platz für riesige Fabriken und rauschende Bahnhofshallen. Die Bühne fühlt sich befremdlich an für Kenner der Reihe. London wirkt zuerst grau und unfreundlich. Nach einer Zeit ist ein Charme zu entdecken, welcher in den anderen Spielen fehlte. Tausende von Kamine säumen die Strassen und schleudern dunklen Russ in den Himmel. Nebel taucht die Gassen in stimmungsvolles Licht und wenn die Gaslampen angehen, hat mich die Atmosphäre voll und ganz ergriffen und ich fühle mich in der Zeit versetzt.

Fazit

Das Gute vorneweg, Assassin’s Creed Syndicate ist keine technische Katastrophe geworden wie es noch bei Assassin’s Creed Unity der Fall war und teilweise noch ist. Es läuft für seine beachtliche Größe ordentlich und auch auftretende Bugs sind nicht wirklich der Rede wert. Syndicate macht vieles richtig. Dazu zählen die zahlreichen gelungenen Missionen und die sympathischen Nebencharaktere wie z.B. Charles Darwin für welchen wir halluzinogene Orchideen sammeln sollen oder Karl Marx für den wir  als helfende Hand seiner noch jungen Arbeiterpartei fungieren dürfen. Des einen Freund, des anderen Leid, sind auch wieder die Ausflüge in die Gegenwart einmal mit von der Partie. Welche seit dem zweiten Teil stetig an Qualität und Sinnhaftigkeit verlieren. Ubisoft sollte sich für zukünftige Teile von diesen verwirrenden und teils lächerlichen Gegenwartsbesuchen lösen und sich auf das wesentliche konzentrieren. Denn hier hat der französische Entwickler viel zu tun! Vielleicht wäre es ratsam, der Serie mal eine Verschnaufpause zu spendieren?!


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