Tag 1
Los ging es am Mittwoch den 17.8 mit dem Presse und Fachbesuchertag. 6:45 klingelte der Wecker, die Nacht über kaum geschlafen, dementsprechend rosig fühlte ich mich, aber eine gewisse Vorfreude war durchaus vorhanden. Eine Stunde später ging es dann mit dem Zug nach Köln. Zwei Dinge sollte man in seiner Tasche auf jeden Fall dabei haben, den Presseausweis und eine Flasche Wasser. Das ich mir was zu essen mitnahm war im Endeffekt nicht nötig, wie sich später herausstellte. In den Messehallen angekommen war es erst mal meine Aufgabe meine geschätzten Kollegen Micha und Daniel zu finden, die per Handy unerreichbar gewesen sind. Aber laut den beiden, habe ich da eine ganz besondere Fähigkeit, nämlich hinter ihnen wie aus dem Nichts aufzutauchen. So fand ich die Recken dann bei Take Two im Business Center. Das Business Center ist der Ort, wo die Presse, Händler und Fachbesucher zusammen kommen. Die Hersteller besitzen dort alle ihren eigenen Stand, die aber nicht vergleichbar sind mit den teils aufwändigen Bauten in den Besucherhallen. Viele gleichen da eher einem „Container“ von außen, in dessen Räumlichkeiten dann die Spiele vorgeführt werden.
Uncharted 3
Mein erster Termin war nicht in den Hallen selbst sondern etwas außerhalb vom Messegelände in einem Hotel. Sony hatte sich dort ein paar Kongressräume gemietet, um zusätzlich dort einiger ihrer Produkte zu präsentieren. Auf dem Plan stand eine Uncharted 3 Präsentation. Bevor es losging, konnte man sich mit Resistance 3 auf der PS3 begnügen, oder Hand an die PS Vita anlegen. Diese liegt wirklich geschmeidig in der Hand, die Buttons fühlen sich gut an und die Grafik kann sich sehen lassen, auch wenn es für mich nicht ganz auf PS3 Niveau herranreichte. Aber dafür war die Zeit mit Resistance und Wipeout für die Vita zu kurz gewesen, um sich ein wirkliches Urteil erlauben zu können.
Vor dem Vorführraum drängelten sich die Leute, was letzten Endes zeigt, wie groß das Interesse am 3. Teil der Uncharted Reihe ist, nach dem großartigen zweiten Teil, dürfte das nicht verwunderlich sein. Hingesetzt und das Spiel wurde von einem hochrangingen Angestellten von Naughty Dog vorgeführt. In einem Level musste Nathan von einem Schiff fliehen, was Schlagseite erlitt und drohte unterzugehen. Schon in den ersten Sekunden fiel einem die prächtige, detailverliebte Grafik auf. Vor allem die Lichteffekte und wie die Umgebung ausgeleuchtet wird, oder auch das Wasser, wie es in das Schiff drängt, sehen klasse aus. In den Zwischensequenzen ragen die gelungenen Gesichtsanimationen auf , ohnehin sehen alle Bewegungsabläufe von Nathan absolut flüssig und realitätsnah aus. Im Zweiten Level ging es rasant weiter. Eure Aufgabe ist es ein startendes Transportflugzeug noch zu erwischen. Zuerst rennt, springt und klettert man quer über den Landeplatz und setzt sich dann in einen Jeep, um hinterher zu hechten. Am vorderen Rad der Transportmaschine angekommen springt Nathan Drake auf das Gelenk und kurze später wird es mit ihm eingezogen. Im Frachtraum kommt es dann zu einem spektakulären Kampf in bester James Bond oder Indiana Jones Manier. Der Frachtraum wird mitten im Flug geöffnet, um Nathan los zu werden, ganz egal um dabei auch die ganze Ladung flöten geht. So ist es von Nöten den Kisten, Autos und anderen Utensilien auszuweichen. Wenig später hängt Nathan wie an einem seidenen Faden bereits in der Luft und Kann sich so grade noch an einem Netz festhalten und hat alle Mühe wieder in den Frachtraum zu klettern. Auch diese Szene besticht wieder durch ihre tolle Inszenierung, wodurch das Fazit zu Uncharted 3: Drake’s Deception schlicht und ergreifend bombig ausfällt.
Messe-Visite
Nach der Präsentation hatte ich bis zum nächsten Termin etwas Zeit, wozu ich dann Gelegenheit hatte, durch die Hallen zu schlendern. Die großen Firmen haben mittlerweile ihre Stammplätze, sodass man fast schon vorher weiß, was einem in der oder jenen Halle erwartet. Markanter Unterschied war nur, dass Microsoft dieses Jahr direkt neben Nintendo sein Lager aufgeschlagen hat. Wenn Sony noch dazu kommen würde, wären die drei Großen unter sich, was auch ganz witzig sein könnte. Die größten Aufbauten besaßen zweifelsohne Electronic Arts und Activision. Allein der Stand von Battlefield 3 war schon so groß wie der gesamte Auftritt von Nintendo. So hatte jedes große Spiel, sei es nun Modern Warfare 3, Mass Effect 3. Far Cry 3 oder Diablo 3 (die 3 ist gerade angesagt), seinen ganz eigenen Bereich. Blizzard hatte wieder Mal seine ganz eigene Area, getrennt von Activision und zu sehen gab es, wie an sich jedes Jahr die gleichen Spiele. WoW, Diablo III und Starcraft II. Das war schon vor Jahren so, und das wird die kommende Jahre sicherlich auch der Fall bleiben. Bei Diablo wurde ein neuer Level gezeigt und von Starcraft II konnte man 2 Level aus der kommenden Heart of the Swarm-Kampagne anspielen, was ich auch gleich gemacht habe. Tja, was soll man zur Bewertung sagen? Starcraft eben und das ist gut so. Ich freu mich darauf die Geschehnisse rund um Kerrigan zu verfolgen.



Allgemein bestätigte sich wieder ein ungeschriebenes Gesetz, Firmen die nur wenig oder kaum was interessantes im Petto haben, protzen mit einer Ohrenbetäubenden Bühnenshow, auf der dann halbnackte Mädels die Hüften schwingen. Nett anzuschauen sicherlich, aber irgendwie doch albern und diskriminierend.
Formel 1 2011-Als Sebastian Vettel noch nicht Doppelweltmeister gewesen ist
Danach wurde es Zeit für die nächste Präsentation, nämlich Formel 1 2011, welches von Codemasters entwickelt wird. Ich bin nicht wirklich ein Formel 1 Fan, war jedoch dennoch daran interessiert, wie sich das Spiel so macht. Das letzte F1 Game, was ich kenne und gespielt habe war F1 World Grand Prix auf dem N64, was damals mit das beste F1 Spiel auf dem Markt gewesen ist. Die wesentliche Frage bei so einem jährlichen Update ist, welche Verbesserungen das Spiel hat. Auf die Frage antworteten die Entwickler, das sie an der Grafik gefeilt haben und nun richtig „geil“ aussieht. Den Eindruck konnte ich irgendwie nicht ganz nachvollziehen, Wettereffekte wie Regen sahen zwar sehr gut aus, aber vor allem die Umgebungsgrafiken bei Sonnenschein rissen sich kein Bein aus, meiner Meinung nach. Auch betonte man, dass es nun ein besseres Schadensmodell gäbe, sodass die Boliden dieses Mal richtig in Mitleidenschaft gezogen werden und dementsprechend zerstörbar sind. Wahnsinn, ne Sache, die ich bei F1 World Grand Prix auf dem N64 schon hatte. Auch wurde der Onlinemultiplayer erweitert, sodass nun das komplette Fahrerfeld bestehend aus 24 Wagen an den Start geht, wovon jedoch 16 menschlich und 8 durch die KI gesteuert werden. Letztes Jahr waren es noch 12 menschliche Spieler. Man schraubt die Zahl also jedes Jahr nach oben, schließlich will man ja was haben, was „neu“ ist. Zumindest ist das mein Eindruck. Ähnlich sieht es ja auch bei den anderen jährlichen Sportupdates aus. Fazit dürfte wohl dennoch sein, dass das Game für jeden Formel 1 Fan ein Must Have ist.
Essen!
Nach der Präsentation musste Nahrung aufgetrieben werden und dafür geht man besten nicht zum nächsten Snackpoint, sondern ins Business Center und schaut, was da so angeboten wird. Ein Stand, wo sich mehrere Dienstleister zusammengeschlossen haben, war wie ein großes Rechteck aufgebaut und in der Mitte standen an beiden Enden jeweils eine Bar und das beste, ein Hotdogstand, an dem man sich nach Lust und Laune selbst bedienen konnte. Das haben wir die Tage über auch mehr als genügend getan ;D
Bandai Namco
Nach der Stärkung ging es zu Bandai Namco. Dort habe ich mir zwei Spiele angesehen; Ace Combat: Assault Horizon und Ridge Racer Unbounded. Bei Ace Combat fiel auf, dass die Entwickler der Serie mit diesem Ableger einen westlichen Anstrich verpasst haben. Neben Kampfjets kommen auch Hubschrauber und On Rails Missionen zum Einsatz. Letztere sah dann so aus, dass man, wie sollte es anders sein, an einem MG saß und in einer Wüstenstadt auf jeden Rebellen ballerte, der sich dort bewegte. Dabei war das ganze wie schon X-Mal inszeniert, Hubschrauber die per Raketenwerfer abgeschossen worden und Raketen die euch selbst um die Ohren sausten. Zwischen den Missionen wird die Story aus der Egosicht des Protagonisten vorangebracht. Per Analogstick wird der Kopf der Figur gedreht, sodass das Geschehen aus verschiedenen Blickwinkel betrachtet werden kann. Nette Idee, wirkte aber recht hölzern.
Zu Ridge Racer Unbounded lässt sich klar feststellen, dass die Serie den Burnout Weg eingeschlagen hat. Bugbear Entertainment aus Finnland macht es möglich. Interessant ist, dass das Game mit einem Streckeneditor daherkommt und genau dieser wurde auch vorgestellt und kam auch recht umfangreich rüber. Ein Feature, was ich mir in fast jedem Rennspiel wünsche. Von daher werde ich den Titel in Erinnerung behalten. Grafisch machte es einen guten Eindruck, rasant und schnell. Wie gesagt erinnerte eher an ein Burnout, als an den Driftwahnsinn Ridge Racer. Aber nicht schlecht.
Nachdem ich fertig war, wartete ich noch in der Namco Lounge auf Daniel, der sich Soul Calibur V angesehen hat. Mit einem Bier aus dem Kühlschrank wurde es Zeit auf einen erneuten Blick auf meinen 3DS und wieder hatte ich unzählige neue Leute getroffen, die sich nun in meiner Lobby befanden. Witzig, wen man dort alles so zu Gesicht bekam. Von Entwicklern hin zu Leuten, die man sonst nur aus dem Netz kannte, war alles dabei. Ganz stillecht, stammen auch alle Bilder, die ihr hier bewundert von meinem 3DS. Wegen der grausigen Qualität beschwert ihr euch besser bei Nintendo ;)
Zu Ende ging der erste anstrengende Tag bei Take Two mit Cocktails von der Bar. Lecker!
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