Story
Im späten 19. Jahrhundert entsenden europäische Staaten katholische Missionare nach Ostasien, um ihre Kolonisierung voranzutreiben. Gojong (Kim Young-min), der junge König der koreanischen Joseon-Dynastie, schottet das Land vor dieser Invasion ab, wie es bereits sein Vater Daewongun (Cheon Ho-jin) es tat. Der Vater ist es auch, der einen weiteren Weg sucht, um Gojongs Macht zu stärken: indem er ihn verheiratet. Die Wahl fällt auf Min Ja-young (Su-Ae), die daraufhin zur Königin Moo-myoung wird. Doch noch vor ihrer Hochzeit verliebte sich der Krieger Mu-myeong (Cho Seung-woo) in sie. Um ihr weiterhin nahe zu sein, erkämpft er sich die Position einer Palastwache. Während zwischen ihm und der Königin die Liebe auflodert, mischt sich Moo-myoung auch immer stärker in die Politik ein. Sie knüpft Kontakte mit Russland, China und dem Westen, während sie Japan brüskiert.

(Zu)Viel von allem
Man merkt dem Film deutlich an, dass die historische Figur um Moo-Myoung (1851-1895) durchaus Fassettenreich und nicht ganz neutral gehandhabt werden kann. Gerade das entstehende Martyrium nach dem Ablegen der Figur lässt viele Fragen rund um die Geschichte und Einstellung Koreas entstehen.
Im Film knüpft die Königin enge Bande zu anderen Kulturen. So bringt sie Schokolade nach Korea, trägt ein Korsett und eckt nicht selten mit dem Vater ihres Gemahls an.
Wie viel historisch noch haltbar ist und wo Legendenbildung ins Spiel kam, ist nicht mehr genau zu sagen. Eine Fülle von TV-Serien und Filmen hat die Wahrnehmung über die Königin weiter verfälscht. Auch "The Sword with No Name" nimmt sich der Herrscherin an und dürfte gerade wegen seiner Vermischung aus Fakt und Fiktion weiter dazu beitragen, Moo-myoung in eine Kunstfigur zu verwandeln.
Allerdings trägt der Film auch dazu bei nicht jedes Detail allzu ernst zu nehmen. Schließlich sind weder die Schlachten noch die Situationen der Charaktere realistisch oder zeitgemäß gestaltet worden.
Ein Lob gebührt auch dem Regisseur Kim Yong-gyun, der in seiner dritten Arbeit nach Wanee and Junah und Red Shoes ein gutes Produkt abliefert.
Die Szenerie wirkt oft überzeugend und die Kostüme glaubhaft. Auch die Charaktere wirken gelungen. Gerade der innere Zwist der beiden liebenden und dem hoffnungslosen König, der ein Land regieren soll und sich ebenfalls seinem Vater widersetzt.
Es gibt durchaus beeindruckende Einzelszenen und auch das schamlos manipulative Ende hat seine Stärken - doch nie werden hier alle Möglichkeiten ausgeschöpft. Aus dem Umstand, dass Mu-myeong alias Johannes ein Christ ist, holt der Film zum Beispiel nie etwas heraus, auch wenn es immer wieder Erwähnung findet.
Hart trifft es Freunde der japanischen Mentalität. Hier werden die Nachbarn als ehrlose Gewalttäter dargestellt. Vor allem im Finale fallen sie durch extreme Brutalität auf, wenn sie regelrecht blutgeil die Entourage der Königin dahinmetzeln. Das ist nicht nur brutal, das ist auch ziemlich demagogisch. Es war nicht zu erwarten, dass Japan gut wegkommt in einer Geschichte in der das Land von Anfang an Bösewicht sein muss (das diktiert die Geschichte) - doch etwas mehr Facettenreichtum hätte hier sicher gut getan.
Fazit
Letztendlich bleibt ein biederes Endprodukt auf eine DVD gepresst. Extras können leider genauso wenig wie die typische Trailerschiene überzeugen. Der Film selbst lockt mit guten Ansätzen und einer tollen geschichtlichen Vorlage, die leider zu selten ausgereizt wird.
Die Kämpfe wirken oft überzogen und wollen sich nicht so recht in das Gesamtbild einfügen.
Als echter Liebesfilm kann Sword with no Name genauso wenig durchgehen wie als Martial-Arts Movie. Zum Schluss bleibt vor allem die Frage warum der Film Sword with no Name statt Warrior without a Shadow heißt. Eine der viele Fragen die wohl in die undurchdringlichen historischen Schatten der koreanischen Geschichte verschwunden sind.
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