Retro

Command&Conquer – Alarmstufe Rot 2


  • Publisher: Electronic Arts
  • Entwickler: Westwood
  • Genre: Echtzeit-Strategie
  • Release: 27. 10. 2000
  • USK-Freigabe: 16

 

 Ein Blick in einen heimischen Gamesladen kann sich immer lohnen.  In einer Kiste voller alter PC-Spiele entdeckte ich Command&Conquer: Alarmstufe Rot 2 und das gerade einmal für 2 Euro. Da war es nur schwer zu widerstehen, zuletzt wurde das Spiel schließlich vor 12 Jahren gespielt. Damit willkommen zu diesem Insert Coin zu der beliebten Echtzeitstrategiespielserie.

Es war einmal

Als der Titel im Jahre 2000 erschien, existierten noch die Gründer der Command& Conquer-Serie, nämlich Westwood. Damals gehörten sie jedoch schon zu Electronic Arts. Im Jahre 2003 wurde das Studio dann komplett aufgelöst und viele ehemalige Verantwortliche zog es zu anderen Firmen. An sich eine bedauerliche Geschichte, wenn man bedenkt, dass Westwood neben Blizzard diejenigen gewesen sind, die Echtzeitstrategiespiele einer breiten Masse zugänglich machten.

Die Story ist schnell erzählt. Ihr übernehmt entweder die Rolle der Allierten oder der Sowjets und müsst jeweils die Welt unterjochen. Dabei ist das Geschehen in einer Art Paralleluniversum zu unserem kalten Krieg angesiedelt. So lebt hier zum Beispiel noch Albert Einstein. Ernst nehmen sollte man es daher also keines Falls, dafür sprechen auch die viele überzogenen Charaktere, die in den zahlreichen Videosequenzen zu sehen sind. Schon damals kamen dabei echte Schauspieler zum Einsatz. Der deutsche Schauspieler Udo Kier mimt dabei den Russen Yuri, um mal den bekanntesten seiner Riege zu nennen. Dieser übernahm auch die Hauptrolle bei Add-On „Yuris Rache“, welches 2001 erschien. 


Krachene Gitarren, Sirenen, es ist Krieg!

 
Kaum ist der Titelbildschirm zu sehen, wird dem Spieler ein krachendes Gitarrenriff vom Komponisten Frank Klepacki entgegen geschleudert und versetzt einen gleich in die typische C&C-Stimmung. Wenn dann der  „Hell March“ beim Intro gespielt wird, geht einem das Herz auf.
Der Kampagnenablauf gestaltet sich klassisch. Von Mission zu Mission erhaltet ihr neue Bauoptionen für eure Basis und neue Einheiten kommen dazu. So bietet jede Mission in diesem Aspekt etwas neues. Der Großteil der Aufgaben besteht darin, ein bestimmtes Ziel des Gegners auszuschalten, oder plump die gesamte Streitmacht des Feindes platt zu walzen. Wer die Serie kennt, weiß, dass das buchstäblich gemeint ist.  Wenige Missionen brechen jedoch aus diesem Schema heraus. In diesen seid ihr zunächst (oder auch komplett) nur mit einem Trupp unterwegs und müsst ein oder mehrere Ziele sabotieren.   Die wichtigste Instanz  ist eurer Bauhof, mit diesem ist es möglich, weitere Gebäude zu bauen. Eine Raffinerie dient dazu, mit euren Sammlern Erz (Mineralien) zu erbeuten, damit die Kriegskasse gefüllt wird. Der Rubel sollte also stets rollen. Anders als in Blizzards War/Starcraft existiert hier keine Einheitenbegrenzung. Ihr könnt also munter Infanterie, Panzer, Kriegsschiffe  oder Zeppeline bauen, die einzige Begrenzung ist das Geld. Und so ist es keine Seltenheit (besonders im Multiplayer), wenn eine Armada bestehend aus 30 Apokalypse Panzern unter dem eigenen Befehl stehen. Zum Glück existiert für jede Einheit sozusagen die passende Abwehr, aber besonders die eigenen Flak und Abwehrtürme, sollten nicht vernachlässigt werden.  Die Prismatürme der Alliierten und die Teslaspulen der Sowjets sind ein effektives Mittel, um die eigene Basis zur Festung werden zu lassen.  Abgesehen vom Aufbau und Ressourcenmanagment nutzt es dem Spieler die Karte zu erforschen, also abseits des Zieles Gegenden zu erkunden, die zunächst unscheinbar sind. In abgelegenen Stellen lassen sich oft Boni wie Kisten (in denen Geld und Upgrades für eure Einheiten stecken), Flugplätze oder Ölbohrtürme entdecken. Letztere liefern euch, nachdem dieser von einem Ingenieur eingenommen wurde, ein konstantes Geldeinkommen.  Abgesehen davon, kann man auch die Umgebung ausnutzen indem man in Städten mit Infanterie Gebäude besetzt (effektives Abwehrmittel) oder Brücken zerstört, damit man eine Zeitlang Ruhe vor dem Feind hat.
Beide Kampagnen umfassen jeweils 12 Missionen und bereiten eine Menge Kurzweil.  Ein Level spielt sogar im Schwarzwald. Bei der Alliertenfraktion fällt  auf, dass viele Missionen besonders mit dem Faktor Zeit spielen, vor allem dann, wenn eure Streitmacht noch nicht weit fortgeschritten ist, während die Sowjets bereits die erste Atomrakete am Start haben. Mit der richtigen Taktik lassen sich diese Probleme aber lösen, wenn auch dadurch mehrere Anläufe, respektive Strategien von Nöten sind.
Abgesehen davon, dass die eigene künstliche Intelligenz zu wünschen übrig lässt (Feinde können gefühlte 3 Meter an euch vorbeirennen/angreifen, ohne dass eure Einheiten reagieren), macht das Spiel immer noch genauso viel Spaß wie damals, man kann es also als zeitlos beschreiben.

 

 
Technischer Firlefanz 

Während andere Genrevertreter zu der Zeit bereits auf polygonale 3D Grafik setzten, präsentierte  sich Alarmstufe Rot 2 komplett  in 2D, was der Performance deutlich zugutekommt. Auch heute ist die Präsentation auf dem Bildschirm noch ansprechend anzuschauen, von den Animationen angefangen bis zu Explosionseffekten oder Details wie das Drehen eines Prismaturmes. Die deutsche Synchronisation geht weitest gehend in Ordnung und der Soundtrack von Frank Klepacki ist mit seiner Industrial/Electro/Rock Ausrichtung  mehr als gelungen.
Eigentlich wäre das Spiel immer noch sehr geeignet im Multiplayer zu spielen, leider ist es nicht wirklich möglich online zu spielen, sodass einem der LAN Modus übrig bleibt. Im Multiplayer selbst treten noch weitere Parteien in Erscheinung und jede von ihnen hat eine spezielle Einheit/Gebäude. Die deutschen können einen starken Panzer bauen, während Libyen mit einem atomaren Lastwagen daherkommt.


Fazit :

Die Beurteilung fällt kurz aus. Alarmstufe Rot 2 ist immer noch ein gut spielbares Echtzeitstrategiespiel. Wer auf diese Art von Spiel steht, kann bedenkenlos zugreifen und macht damit nichts falsch.


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